Kurz zusammengefasst: Beim Vergleich von Ackerschlagkarteien entscheiden in der Praxis drei Dinge – die Kosten über drei Jahre (inklusive Setup, Schulung und Zusatzmodulen), die mobile Erfassung direkt am Schlag inklusive Offline-Betrieb, und die Prüfungsfestigkeit der Pflichtfelder nach DüV und PflSchG. Ab etwa 20 ha, mehreren Erfassern oder einer Zertifizierung (QS, Bio, GLOBALG.A.P.) trägt eine digitale Ackerschlagkartei zuverlässiger als Papier oder Excel, weil Sperrfristen automatisch greifen und der Audit-Export auf Knopfdruck entsteht. Papier und Excel bleiben nur bei sehr kleinen Betrieben mit einem einzigen Erfasser und ohne Prüfungsdruck sinnvoll.
01Ergebnis des Vergleichs auf einen Blick
| Betriebssituation | Trägt am zuverlässigsten | Entscheidender Grund |
|---|---|---|
| Bis ~20 ha, ein Erfasser, keine Zertifizierung | Papier oder Excel genügt | Kein Prüfungsdruck, geringe Datenmenge |
| 20–150 ha, Düngung und PSM dokumentationspflichtig | Digitale Ackerschlagkartei mit Pflichtfeld-Prüfung | Sperrfristen und Pflichtfelder greifen automatisch |
| Mehrere Erfasser, Mitarbeiter am Schlag | Lösung mit mobiler Offline-Erfassung | Erfassung im Funkloch ohne Nacharbeit abends |
| Zertifizierung (QS, Bio, GLOBALG.A.P.) | Lösung mit Audit-Export je Schlag und Zeitraum | Prüfbericht auf Knopfdruck statt CSV-Nachbau |
| Mehrere Betriebe oder Gesellschaften | Mandantenfähige Lösung mit getrennten Datenräumen | Saubere Trennung ohne Doppelpflege |
- Vergleich in 30 Sekunden: Prüfen Sie zuerst diese fünf Punkte – alles andere ist Beiwerk.
- Pflichtfelder: Lässt sich eine Düngung oder PSM-Maßnahme ohne Zulassungsnummer, Menge und Anwender speichern? Dann fehlt die Prüfungsfestigkeit.
- Audit-Export: Entsteht das PDF je Schlag und Zeitraum auf Knopfdruck – oder muss jemand CSV-Daten nachbauen?
- Flächenimport: Kommen Ihre Schläge mit Geometrie und FLIK aus iBALIS, FIONA oder LEA herein, oder müssen 60 Schläge abgetippt werden?
- Mobil und offline: Wird am Schlag erfasst – auch im Funkloch – oder abends am Schreibtisch nachgetragen?
- Kosten und Ausstieg: Sind Setup, Schulung und Module über drei Jahre beziffert und ist ein Vollexport jederzeit selbst auslösbar?
Dieser Vergleich ordnet zuerst die bekanntesten Marktlösungen nach Kategorie ein (Plattformen wie 365FarmNet, Fachprogramme wie NEXT Farming, Hersteller-Portale und Hofmanagement-Systeme), stellt anschließend Papier, Excel und Software in 18 Kriterien direkt gegenüber und nennt die Pflichtangaben, an denen Kontrollen tatsächlich hängen: mobile Erfassung im Feld, Offline-Fähigkeit, Audit-Export und Datenhoheit.
Die Ackerschlagkartei ist das Rückgrat jeder landwirtschaftlichen Dokumentation: Düngung, Pflanzenschutz, Aussaat, Bodenbearbeitung, Ernte – alles schlagbezogen, lückenlos und nachvollziehbar. Wer noch mit Papier oder Excel arbeitet, kennt das Problem: Im Frühjahr stapeln sich die Zettel auf dem Beifahrersitz, im Sommer fehlt der letzte Eintrag, vor dem Audit beginnt die nächtliche Tipp-Aktion. Eine digitale Ackerschlagkartei verspricht, genau diesen Frust zu beenden – aber nicht jede Lösung hält das Versprechen.
02Schnellauswahl: Was passt zu welchem Betrieb?
Wenn Sie nur eine Minute Zeit haben: Diese Tabelle fasst zusammen, welche Lösung nach Betriebsgröße, Zahl der Erfasser und Prüfungsdruck in der Praxis trägt. Die Detail-Kriterien folgen weiter unten im Direktvergleich.
| Betriebssituation | Trägt am besten | Warum |
|---|---|---|
| Bis ~5 Schläge, ein Erfasser, keine Zertifizierung | Papier oder Excel | Der Erfassungsaufwand ist überschaubar, die Ablage bleibt kontrollierbar. |
| 20–100 ha, ein bis zwei Erfasser, DüV-Pflichten | Digitale Ackerschlagkartei | Pflichtfelder und Sperrfristen greifen automatisch, die Düngebilanz entsteht aus den Daten. |
| Mehrere Erfasser, Aushilfen oder Lohnarbeit | Digitale Ackerschlagkartei | Rollen, gleichzeitige Erfassung und mobile Eingabe ohne Zettel-Übergabe. |
| QS, Bio oder GLOBALG.A.P. im Haus | Digitale Ackerschlagkartei | Audit-Export auf Knopfdruck statt Wochenend-Aktion vor der Kontrolle. |
| Mehrere Standorte oder Betriebe | Digitale Ackerschlagkartei | Ein Datenstand ohne USB-Stick, Flächenimport aus iBALIS/FIONA/LEA. |
033-Jahres-Kosten vergleichbar machen: die sechs Posten
Angebote sind selten direkt vergleichbar, weil jeder Anbieter anders bündelt. Rechnen Sie deshalb immer über drei Jahre und über dieselben sechs Posten – erst dann sagt der Preis etwas aus. Die Detailfragen je Kostenmodell (Abo je Hektar, je Nutzer, Modulpreise) stehen weiter unten unter „Kostenmodelle vergleichbar machen“.
| Kostenposten | Wonach Sie fragen | Typische Stolperstelle |
|---|---|---|
| Grundpreis | Bezugsgröße: je Hektar, je Nutzer oder je Betrieb – und die Mindestlaufzeit | Hektarpreise wirken günstig, bis Pacht dazukommt |
| Nutzer und Rollen | Kosten für weitere Erfasser, Aushilfen und Lohnunternehmer | Aushilfen als Vollnutzer abgerechnet |
| Module | Was ist im Grundpaket, was kostet extra (Düngung, PSM, Karte, Auswertung) | Pflichtdokumentation liegt im Zusatzmodul |
| Einführung | Setup, Flächenimport aus iBALIS/FIONA/LEA/ANDI, Schulung | Import wird pro Stunde abgerechnet |
| Laufender Aufwand | Zeit für Erfassung und Nachtragen, mobil oder abends am Schreibtisch | Der teuerste Posten steht in keinem Angebot |
| Ausstieg | Vollexport inklusive Geometrien selbst auslösbar, ohne Gebühr | Export nur als Dienstleistung gegen Aufpreis |
04Stand August 2026: was sich im Vergleich verändert hat
Der Vergleich wird laufend nachgeführt. Diese Punkte haben sich seit dem Frühjahr 2026 verschoben und gehören in jedes Anbietergespräch:
- Stoffstrombilanz: Die Stoffstrombilanzverordnung wurde zum 8. Juli 2025 aufgehoben. Wer eine Software danach bewertet, bewertet eine entfallene Pflicht – entscheidend bleiben Düngebedarfsermittlung und Aufzeichnungen nach DüV.
- Schlagebene statt nur Feldblock: Mehrere Landesportale liefern inzwischen Geometrien auf Schlagebene (u. a. Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen) – nicht nur Feldblöcke (FLIK). Fragen Sie im Demo-Termin ausdrücklich nach Ihrem Bundesland.
- Eigene Schlagkennung: Innerhalb eines Feldblocks liegen oft mehrere Schläge. Prüfen Sie, ob die Software je Schlag eine eigene, dauerhafte Kennung führt – sonst sind Maßnahmen im Audit nicht eindeutig zuordenbar.
- E-Rechnung: Seit 2025 gilt die Empfangspflicht für strukturierte E-Rechnungen. Wenn Abrechnung und Feldakte im selben System laufen sollen, ist das ein zusätzliches Vergleichskriterium.
- Mehrbetriebs-Fähigkeit: Betriebsgemeinschaften und getrennte Gesellschaften brauchen getrennte Datenbestände mit einem Login – reine Einzelbetriebs-Apps erzwingen sonst Doppelpflege.
05Entscheidungsmatrix: Anbieter mit Punktesystem vergleichen
Angebotsvergleiche scheitern meist daran, dass jeder Anbieter andere Stärken betont. Bewerten Sie deshalb jedes Kriterium selbst mit 0 (fehlt), 1 (teilweise) oder 2 (voll erfüllt) und multiplizieren Sie mit der Gewichtung. Wer nach dieser Rechnung vorn liegt, passt zu Ihrem Betrieb – unabhängig davon, wie laut geworben wird.
| Kriterium | Gewichtung | 0 Punkte | 2 Punkte |
|---|---|---|---|
| Pflichtfelder DüV/PflSchG erzwungen | ×5 | Freitextfelder, Lücken fallen erst bei der Kontrolle auf | Eingabe ist ohne Zulassungsnummer, Menge und Anwender nicht abschließbar |
| Audit-Export für QS/Bio/GLOBALG.A.P. | ×5 | Nur Rohdaten-CSV zum Nachbauen | Fertiges PDF je Schlag und Zeitraum auf Knopfdruck |
| Mobile Erfassung im Feld | ×4 | Nur Desktop, Nacherfassung am Abend | Bedienbar mit Handschuhen, Erfassung direkt am Schlag |
| Offline-Fähigkeit | ×4 | Ohne Netz keine Eingabe | Erfassung offline, automatische Synchronisierung später |
| Datenhoheit und Export beim Wechsel | ×4 | Export nur auf Anfrage oder kostenpflichtig | Vollexport aller Schlagdaten jederzeit selbst auslösbar |
| Flächenimport aus iBALIS/FIONA/LEA | ×3 | Schläge müssen manuell angelegt werden | Import mit Geometrie, FLIK und Größe |
| Rollen und mehrere Erfasser | ×3 | Ein gemeinsamer Zugang für alle | Eigene Zugänge, Rechte je Rolle, nachvollziehbare Änderungen |
| Gesamtkosten über drei Jahre | ×3 | Setup, Schulung und Module nicht bezifferbar | Alle Positionen inklusive Support schriftlich beziffert |
| Support in der Saison | ×2 | Nur Ticketsystem ohne Zusage | Erreichbarkeit auch samstags, benannter Ansprechpartner |
| Einarbeitung neuer Mitarbeiter | ×2 | Schulung nur kostenpflichtig vor Ort | Selbsterklärend, Aushilfen nach kurzer Einweisung erfassungsfähig |
Maximal erreichbar sind 70 Punkte. Erfahrungswert aus Demo-Terminen: unter 40 Punkten bleibt die Dokumentation Handarbeit, ab etwa 55 Punkten trägt das System auch durch eine Kontrolle. Wichtiger als die Summe sind die Kriterien mit Gewichtung ×5 – fällt eines davon auf 0, hilft kein Ausgleich an anderer Stelle.
Ausschlusskriterien: hier lohnt kein zweiter Termin
- Kein vollständiger Datenexport beim Anbieterwechsel – Ihre Historie bleibt gefangen.
- Pflanzenschutz ohne Zulassungsnummer und Sachkundenachweis erfassbar – die Aufzeichnung ist damit nicht prüfungsfest.
- Keine Sperrfristen- oder Bedarfsprüfung bei der Düngung – die Kontrolle rechnet trotzdem nach.
- Preis erst nach Vertragsgespräch – Gesamtkosten lassen sich so nicht vergleichen.
- Keine Testphase mit eigenen Schlägen – ob die Erfassung im Feld trägt, zeigt sich nur mit echten Daten.
06Was eine Ackerschlagkartei leisten muss
Unabhängig vom Medium gelten die gleichen gesetzlichen Anforderungen. Eine vollständige Ackerschlagkartei muss alle bewirtschaftungsrelevanten Maßnahmen pro Schlag dokumentieren – schnell, lesbar und über die gesetzliche Aufbewahrungsfrist hinweg.
- Schlagbezug mit FLIK / Schlagnummer und Größe
- Kultur, Sorte, Vor- und Nachfrucht
- Aussaat / Pflanzung: Datum, Saatstärke, Sorte
- Düngung nach DüV: Datum, Mittel, Nährstoffe, Ausbringmenge
- Pflanzenschutz nach PflSchG: Mittel mit Zulassungsnummer, Aufwandmenge, Indikation, Anwender mit Sachkundenummer
- Bodenbearbeitung, Bewässerung, weitere Maßnahmen
- Ernte: Datum, Ertrag, Qualität
07Der ehrliche Vergleich: Papier, Excel und digitale Software
| Kriterium | Papier | Excel | Digitale Ackerschlagkartei |
|---|---|---|---|
| Mobile Erfassung im Feld | Ja, aber leserlich? | Eingeschränkt | Ja, Smartphone / Tablet |
| Offline-Fähigkeit | Immer | Mit Datei lokal | Mit Sync nach Funkloch |
| Pflichtfelder erzwingen | Nein | Nur mit Aufwand | Ja, automatisch |
| Plausibilitätsprüfung (z. B. Aufwandmenge) | Nein | Manuell | Eingebaut |
| Audit-Export / Behördenformat | Manuell | Manuell | Ein Klick (PDF / CSV / XML) |
| Mehrere Erfasser gleichzeitig | Nein | Konflikte | Ja, mit Rollen |
| Datenverlust-Risiko | Hoch (Brand, Verlust) | Mittel (Festplatte) | Niedrig (verschlüsselte Backups) |
| Auswertung / Düngebilanz | Manuell | Mit Aufwand | Automatisch aus Daten |
| Düngebedarfsermittlung nach DüV-Anlage 4 | Separates Formblatt | Zweite Tabelle, manuell | Integriert, mit Restbedarf je Schlag |
| Abgleich mit BVL-Zulassungskatalog | Nein | Nein | Ja, mit Indikation und Aufwandmenge |
| Sperrfristen und rote Gebiete | Eigenverantwortlich | Eigenverantwortlich | Automatische Prüfung und Warnung |
| Flächenimport aus iBALIS / FIONA / LEA | Abtippen | Abtippen | Import der Länderdaten |
| Aufwand pro Saison | Hoch | Hoch | Niedrig nach Onboarding |
08Anbietertypen im Vergleich: vier Kategorien am Markt
Wer Ackerschlagkartei-Software vergleicht, vergleicht in der Praxis vier sehr unterschiedliche Produktkategorien. Die Unterschiede liegen weniger in der Schlagakte selbst als in Umfang, Bedienlogik und Datenhoheit.
| Kategorie | Typisch dafür | Stärke | Schwäche im Alltag |
|---|---|---|---|
| Reine Schlagkartei-Apps | Schlanke App, nur Feldakte | Schnell startklar, wenig Schulung | Kein Anschluss an Maschinen, Personal, Kosten |
| Große Plattformen der Landtechnik | Maschinen-Ökosystem des Herstellers | Telemetrie und Auftragsdaten aus der Maschine | Bindung an eine Marke, Zusatzmodule kostenpflichtig |
| Beraterlösungen / Offizialberatung | Fokus auf DüV-Nachweise | Fachlich exakt, Beraterzugriff | Meist Desktop-orientiert, mobil schwach |
| Hofmanagement-Systeme | Feldakte plus Betrieb (Maschinen, Team, Kosten) | Ein Datenstand für den ganzen Betrieb | Mehr Einführungsaufwand als eine Einzel-App |
09Ackerschlagkartei-Software im Vergleich: diese Anbieter werden am häufigsten geprüft
In Beratungsgesprächen fallen immer die gleichen Namen. Die Übersicht ordnet die bekanntesten Marktlösungen den Kategorien zu und nennt den Punkt, den Sie im Demo-Termin gezielt prüfen sollten. Sie ersetzt keinen Funktionstest – Preise, Module und Bedienlogik ändern sich, deshalb gilt: selbst mit den eigenen Schlägen testen.
| Lösung | Kategorie | Schwerpunkt | Im Demo-Termin prüfen |
|---|---|---|---|
| 365FarmNet | Große Plattform mit Modulen | Schlagkartei plus zubuchbare Module, Anbindung an Landtechnik-Partner | Welche Funktionen sind im Basispaket, welche kosten extra? |
| NEXT Farming (FarmFacts) | Beratungsnahe Ackerbau-Software | Ackerbau-Fachlichkeit, Düngeplanung, teils mit Beratungsanbindung | Wie mobil ist die Erfassung am Schlag – und funktioniert sie offline? |
| Hersteller-Portale der Landtechnik | Maschinen-Ökosystem | Auftrags- und Telemetriedaten direkt aus der eigenen Maschine | Bleibt die Dokumentation nutzbar, wenn Maschinen anderer Marken dazukommen? |
| Agrar-Office / klassische Büro-Software | Desktop-Betriebsbüro | Buchführung und Nachweise am PC im Büro | Gibt es eine echte App für die Erfassung im Feld? |
| Kostenlose Apps und Excel-Vorlagen | Einstiegslösungen | Schneller Start ohne Kosten | Wer verwertet die Bewirtschaftungsdaten – und wie exportieren Sie alles wieder? |
| hofmanager+ | Hofmanagement-System | Schlagakte, Düngung und PSM zusammen mit Maschinen, Team, Aufgaben und Kosten | Ein Datenstand für den ganzen Betrieb statt Insellösung je Thema |
Vier Kriterien je Anbietertyp: Kosten, Import, Audit, Mobilität
Diese vier Punkte entscheiden in Demo-Terminen am häufigsten – und sie unterscheiden sich systematisch je Anbietertyp. Prüfen Sie sie in dieser Reihenfolge, bevor Sie über den Preis sprechen.
| Anbietertyp | Kostenmodell | Flächenimport je Bundesland | Audit-Export | Mobil / offline |
|---|---|---|---|---|
| Reine Schlagkartei-Apps | Fixpreis je Nutzer oder Hektar, oft günstig | meist nur Shape-Datei, Nutzungscodes manuell | CSV-Rohdaten, PDF selten | gut mobil, Offline unterschiedlich |
| Große Plattformen der Landtechnik | Basispaket plus kostenpflichtige Module | häufig vorhanden, Umfang je Bundesland unterschiedlich | je nach Modul, oft zubuchbar | App vorhanden, Funktionsumfang eingeschränkt |
| Beraterlösungen / Offizialberatung | Jahreslizenz, teils mit Beratungspaket | auf das jeweilige Landesportal zugeschnitten | fachlich stark, DüV-Nachweise ausgereift | meist Desktop, mobil schwach |
| Klassische Büro-Software | Einmallizenz plus Wartung | Import über Datei, kein Portalabruf | Formulare am PC, Export als PDF | kaum oder nur Zusatz-App |
| Kostenlose Apps und Excel-Vorlagen | kostenlos, Datenverwertung als Gegenleistung möglich | Abtippen | Handarbeit vor der Kontrolle | einfach, aber unvollständig |
| Hofmanagement-Systeme | Paketpreis für den ganzen Betrieb | Portalabruf mit Geometrie, FLIK und amtlicher Größe | PDF und CSV je Schlag und Zeitraum auf Knopfdruck | mobil zuerst, Offline mit Synchronisierung |
Vergleichsmatrix: Funktion für Funktion gegenübergestellt
Die Matrix stellt die drei am häufigsten geprüften Ansätze direkt gegenüber: die große Plattform (365FarmNet), die beratungsnahe Ackerbau-Software (NEXT Farming) und das Hofmanagement-System (hofmanager+). Bewertet wird der jeweils typische Funktionsumfang – Module und Pakete ändern sich, prüfen Sie die Zeilen im Demo-Termin am eigenen Betrieb nach.
| Kriterium | 365FarmNet (Plattform) | NEXT Farming (Ackerbau-Fachsoftware) | hofmanager+ (Hofmanagement) |
|---|---|---|---|
| Schlagakte & Maßnahmen | im Basispaket enthalten | fachlich sehr detailliert | im Standard enthalten, mobil zuerst |
| Düngebedarfsermittlung nach DüV | über Modul | Kernfunktion, beratungsnah | im Standard, inkl. Düngekonto und Sperrfristen |
| PSM-Dokumentation & Nachweise | über Modul | enthalten | im Standard, mit Audit-Export je Schlag |
| Flächenimport aus Landesportal (iBALIS/FIONA u. a.) | vorhanden, Umfang je Bundesland unterschiedlich | auf das jeweilige Landesportal zugeschnitten | Import mit Geometrie, FLIK und amtlicher Größe |
| Mobile Erfassung im Feld | App vorhanden, Umfang eingeschränkt | primär Desktop, App eingeschränkt | vollwertig mobil, Offline mit Synchronisierung |
| Maschinen, Wartung, Werkstatt | über Partner-Module | nicht Schwerpunkt | im Standard mit Kosten je Maschine |
| Personal, Zeiterfassung, Aufgaben | teilweise über Module | nicht Schwerpunkt | im Standard, mit Stunden auf Schlag und Auftrag |
| Kosten je Schlag / Deckungsbeitrag | je nach Modulwahl | ackerbaulich stark, betrieblich begrenzt | durchgängig, weil Maschinen, Stunden und Material zusammenlaufen |
| Abrechnung / Rechnungen (Lohnarbeit) | nicht Schwerpunkt | nicht Schwerpunkt | im Standard inkl. Lieferscheinen |
| Mehrere Betriebe / Betriebsnummern | je nach Vertrag | je nach Lizenz | Multi-Betrieb mit einem Login, getrennte Datenstände |
| Rollen- und Rechtemodell | vorhanden | vorhanden | feingranular, Aushilfen ohne Betriebszahlen |
| Datenexport beim Wechsel | Export je Modul prüfen | Export je Fachbereich | PDF und CSV je Schlag und Zeitraum auf Knopfdruck |
| Datenhoheit / Hosting | Anbieter-Cloud, Verwertung prüfen | Anbieter- bzw. Beratungsstruktur | DSGVO-konformes Hosting in Deutschland, keine Datenverwertung |
| Einführung & Support | Partner- und Händlernetz | Beratungsanbindung | persönliche Einrichtung inkl. Datenimport |
Wichtig für den Vergleich: Reine Schlagkartei-Produkte lösen die Feldakte, aber nicht die Fragen daneben – wer welche Maschine wann gefahren hat, welche Stunden abzurechnen sind und was der Schlag am Ende gekostet hat. Genau an dieser Grenze entscheidet sich, ob eine Einzel-App reicht oder ein Hofmanagement-System die bessere Wahl ist.
10Fünf Kriterien, die im Vergleich meist fehlen
Die Tabelle oben deckt die Standard-Kriterien ab. In der Praxis entscheiden sich Projekte aber an fünf weiteren Punkten, die in Anbieter-Vergleichen selten auftauchen – und genau die kosten später Zeit oder Geld.
| Kriterium | Warum es entscheidet | Woran Sie es erkennen |
|---|---|---|
| Nutzer- und Rollenmodell | Aushilfen und Lohnunternehmer sollen erfassen, aber keine Betriebszahlen sehen | Gibt es Rollen mit eingeschränkter Sicht – und kosten weitere Nutzer extra? |
| Mehrere Betriebe / Betriebsnummern | GbR, Zupacht oder Nebenbetrieb brauchen getrennte Datenstände | Lassen sich mehrere Betriebe mit einem Login trennen, ohne doppelt zu pflegen? |
| Änderungshistorie | Im Audit zählt nachvollziehbar, wer wann was eingetragen oder korrigiert hat | Wird jede Änderung protokolliert – oder lässt sich rückdatiert überschreiben? |
| Gesetzes-Updates | DüV, PflSchG und rote Gebiete ändern sich laufend | Erscheinen Updates ohne Aufpreis, und gibt es einen öffentlichen Changelog? |
| Support und Einführung | Der Umstieg scheitert selten an Funktionen, sondern am ersten Monat | Feste Ansprechperson, Datenimport im Onboarding, Reaktionszeit im Support |
11Technische Prüfpunkte: Schnittstellen, Formate und Datenschutz
Funktionslisten sagen wenig darüber, ob eine Ackerschlagkartei in eine bestehende Betriebs-IT passt. Die folgenden Punkte lassen sich im Demo-Termin belegen – am besten mit einer echten Datei aus Ihrem Betrieb. Bitten Sie um einen Export bzw. Import, statt sich auf ein „ja, unterstützen wir“ zu verlassen.
| Technischer Prüfpunkt | Belastbarer Nachweis im Termin | Warum es später zählt |
|---|---|---|
| Geodaten-Formate | Import von Shapefile, GeoPackage oder GeoJSON aus dem Landesportal, Export derselben Schläge zurück | Ohne Geometrie-Export bleiben Karten, Teilflächen und Applikationskarten an einen Anbieter gebunden |
| Maschinendaten / ISOXML | Auftrag als ISO-XML (ISOBUS TaskData) exportieren und aus dem Terminal zurücklesen | Nur so werden dokumentierte Mengen zur Ist-Ausbringung statt zur Handeingabe |
| Pflanzenschutz-Katalog | Wirkstoff mit BVL-Zulassungsnummer suchen, Indikation und Aufwandmenge werden vorgeschlagen | Ein gepflegter Katalog verhindert genau die Formfehler, die bei Kontrollen auffallen |
| Schnittstellen / API | Dokumentierte REST-Schnittstelle oder CSV-Zeitplan-Export für Buchhaltung und Lohn | Doppelerfassung zwischen Schlagkartei, Buchhaltung und Zeiterfassung ist der größte Zeitfresser |
| Datenhoheit und Hosting | Serverstandort und Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) schriftlich, Löschkonzept benannt | DSGVO-Nachweispflicht liegt beim Betrieb, nicht beim Softwareanbieter |
| Backup und Wiederherstellung | Wie oft wird gesichert, und wie lange dauert eine Wiederherstellung? | Ein Datenverlust mitten in der Saison ist teurer als jede Lizenz |
| Mehrbetriebs-Fähigkeit | Zweiten Betrieb im gleichen Login anlegen und Daten getrennt sehen | GbR, Zupacht und Nebenbetrieb brauchen getrennte Datenstände ohne Doppelpflege |
12Kostenmodelle vergleichbar machen
Ackerschlagkartei-Software wird nach sehr unterschiedlichen Logiken abgerechnet. Deshalb sind Listenpreise kaum vergleichbar – vergleichbar wird es erst, wenn Sie alle Anbieter auf dieselbe Rechengröße bringen: Gesamtkosten pro Jahr für Ihre Hektar, Ihre Nutzerzahl und die Module, die Sie wirklich brauchen.
| Abrechnungsmodell | Typisch bei | Worauf achten |
|---|---|---|
| Pro Hektar | Ackerbau-Fachprogramme | Zählt die Antragsfläche oder die bewirtschaftete Fläche? Was passiert bei Zupacht? |
| Pro Nutzer | Apps und Plattformen | Zählen Aushilfen und Lohnunternehmer als Vollnutzer? |
| Modulbaukasten | Große Plattformen | Sind Düngebedarfsermittlung und Audit-Export im Basispaket enthalten? |
| Betriebspauschale | Hofmanagement-Systeme | Sind Nutzer, Updates und Support enthalten oder gestaffelt? |
| Kostenlos / Freemium | Einstiegs-Apps | Wer verwertet die Bewirtschaftungsdaten, und ist der Export kostenfrei? |
13Checkliste für den Demo-Termin
Nehmen Sie in jeden Demo-Termin die eigenen Schläge mit – nicht die Musterdaten des Anbieters. Diese acht Aufgaben zeigen innerhalb einer halben Stunde, ob die Lösung im Alltag trägt:
- Importieren Sie Ihre echten Flächen aus iBALIS, FIONA oder LEA – live im Termin, nicht als Hausaufgabe.
- Erfassen Sie eine Pflanzenschutz-Maßnahme mit Zulassungsnummer, Indikation und Sachkundenummer.
- Schalten Sie das Mobilfunknetz am Gerät ab und erfassen Sie eine weitere Maßnahme offline.
- Lassen Sie die Düngebedarfsermittlung für einen Schlag mit Sperrfrist rechnen.
- Erzeugen Sie den Audit-Export für einen Schlag und ein Jahr als PDF und CSV.
- Legen Sie einen Aushilfs-Zugang an und prüfen Sie, was diese Rolle sehen kann.
- Öffnen Sie die Änderungshistorie eines korrigierten Eintrags.
- Fordern Sie den vollständigen Datenexport an – und fragen Sie, was er beim Wechsel kostet.
14Bundesland-Besonderheiten: Flächenimport im Vergleich prüfen
Der erste echte Praxistest jeder Ackerschlagkartei ist der Flächenimport. Jedes Bundesland stellt seine Antragsflächen über ein eigenes Portal bereit, und die amtlichen Feldblöcke (LPIS/INVEKOS) liegen als Geodienst vor. Fragen Sie im Vergleich konkret nach Ihrem Bundesland – „Import ist möglich“ genügt nicht.
| Bundesland | Portal für die Antragsflächen | Im Vergleich fragen |
|---|---|---|
| Bayern | iBALIS | Wird die Schlaggeometrie inklusive FLIK und Größe übernommen? |
| Baden-Württemberg | FIONA | Lässt sich der Flächenexport direkt einlesen oder nur abtippen? |
| Niedersachsen / Bremen | ANDI | Werden Teilschläge und Nutzungscodes mitgeführt? |
| Nordrhein-Westfalen | ELAN-NRW | Bleiben Vorjahresdaten beim erneuten Import erhalten? |
| Brandenburg / Berlin | profil inet | Kommen die amtlichen Feldblöcke als echte Polygone an? |
| Sachsen / Thüringen / MV | DIANAweb bzw. Landesportal | Ist der Import beim Anbieter im Preis enthalten? |
15Fünf Fehler, die Ackerschlagkartei-Vergleiche verzerren
- Mit Musterdaten testen: Die Demo des Anbieters läuft immer rund – Ihre eigenen Schläge zeigen die Wahrheit.
- Nur den Monatspreis vergleichen: Erst die Gesamtkosten über drei Jahre inklusive Nutzern, Modulen und Import sind vergleichbar.
- Funktionslisten abhaken: Entscheidend ist nicht, ob eine Funktion existiert, sondern wie viele Klicks eine Maßnahme am Schlag kostet.
- Offline übersehen: Am Feldrand fehlt regelmäßig das Netz – ohne Offline-Erfassung landet die Dokumentation wieder am Schreibtisch.
- Den Ausstieg nicht prüfen: Ohne zugesicherten Vollexport wird die Entscheidung unumkehrbar, egal wie gut das System heute passt.
16Zeitrechnung: wo der Umstieg tatsächlich Stunden spart
Der häufigste Denkfehler beim Vergleich ist die Lizenzsicht. Der Aufwand entsteht nicht beim Kauf, sondern in vier wiederkehrenden Arbeiten pro Saison. Die Werte sind Praxis-Erfahrungswerte aus Betrieben mit 50–300 ha und dienen als Orientierung, nicht als Garantie.
| Wiederkehrende Arbeit | Papier / Excel | Digitale Schlagkartei |
|---|---|---|
| Maßnahmen nacherfassen (Saison) | Mehrere Stunden pro Monat am Schreibtisch | Entfällt – Erfassung passiert am Schlag |
| Düngebedarfsermittlung und Bilanz | Formblätter und Übertragen von Hand | Aus den erfassten Daten abgeleitet |
| Audit-Vorbereitung | Sortieren, Kopieren, Lücken rekonstruieren | Export als PDF/CSV je Schlag und Zeitraum |
| Flächenänderungen nach Antrag | Alles neu abtippen | Erneuter Import der Länderdaten |
Wer die Umstellung praktisch angehen will: die Schritt-für-Schritt-Anleitung steht im Ratgeber „Umstieg auf die digitale Ackerschlagkartei“, der Flächenimport im Beitrag zum iBALIS- und FIONA-Import.
17Wann sich der Umstieg wirklich lohnt
Nicht jeder Betrieb braucht sofort eine digitale Schlagkartei. Wer fünf Schläge bewirtschaftet und alles selbst macht, kommt mit Papier zurecht. Mit jeder Komplexitätsstufe verschiebt sich die Rechnung jedoch deutlich zugunsten digitaler Lösungen.
- Ab mehreren Erfassern: Papier-Zettel gehen verloren, Excel führt zu Konflikten.
- Ab Audits oder Zertifizierungen (QS, Bio, GLOBALG.A.P.): Auswertungen per Klick statt Wochenende.
- Ab Cross-Compliance-relevanter Flächengröße: Ein fehlender Eintrag kostet schnell Prämie.
- Bei mehreren Standorten / Lohnarbeiten: Synchronisation ohne USB-Stick und WhatsApp.
- Wenn Düngebedarfsermittlung und Bilanz ohnehin gemacht werden müssen: Datenbasis ist schon da.
18Worauf Sie bei der Software-Auswahl achten sollten
„Digitale Ackerschlagkartei“ sagt noch nichts über die Qualität aus. Diese fünf Punkte trennen alltagstaugliche Software vom Demo-Sieger:
- Mobile App, die offline funktioniert und nach Funkloch sauber synchronisiert.
- Pflichtfelder nach DüV und PflSchG eingebaut – inkl. Sachkundenummer und Zulassungs-Liste.
- Audit-Export auf Knopfdruck (PDF lesbar, CSV/XML für Behörden und Berater).
- Datenhoheit: EU-Hosting, AVV nach Art. 28 DSGVO, voller Export jederzeit.
- Updates passend zur Gesetzeslage – ohne Aufpreis, mit öffentlichem Changelog.
19Der Umstieg in 5 Schritten
| Schritt | Dauer | Was passiert |
|---|---|---|
| 1. Stammdaten anlegen | 1–2 Tage | FLIK-Import aus iBALIS / FIONA, Mitarbeiter mit Sachkundenummer, eigene PSM- und Düngemittel-Liste |
| 2. Eine Person pilotiert | 2 Wochen | Alle Maßnahmen mobil im Feld erfassen, Feedback dokumentieren |
| 3. Team onboarden | 1 Monat | Kurze Schulung am echten Schlag, A6-Spickzettel, fester Ansprechpartner |
| 4. Papier abschalten | Saisonwechsel | Klarer Stichtag, ab dem keine Papier-Aufzeichnungen mehr akzeptiert werden |
| 5. Auswertungen nutzen | Folgemonate | Düngebilanz, PSM-Verbrauch, Schlagkarteien-Export für Audits |
20Fazit
Die Wahl der Ackerschlagkartei ist nicht primär eine Software-, sondern eine Prozess-Entscheidung. Wer mobil im Feld erfasst, statt abends am Schreibtisch zu rekonstruieren, gewinnt Zeit, Genauigkeit und Audit-Sicherheit – unabhängig vom Anbieter. Wichtig sind drei Dinge: Pflichtfelder müssen automatisch greifen, die Daten gehören dem Betrieb, und der Audit-Export muss auf Knopfdruck stehen. Ist das gegeben, ist der Umstieg innerhalb einer Saison erledigt – und Papier-Zettel bleiben da, wo sie hingehören: in der Erinnerung.
Häufige Fragen
- Was ist eine Ackerschlagkartei?
- Eine Ackerschlagkartei ist die schlagbezogene Dokumentation aller Bewirtschaftungsmaßnahmen – von Aussaat über Düngung und Pflanzenschutz bis zur Ernte. Sie ist gesetzlich vorgeschrieben (DüV, PflSchG) und Grundlage für Düngebilanz, Audits und Cross-Compliance.
- Excel oder digitale Ackerschlagkartei – was ist besser?
- Excel funktioniert für sehr kleine Betriebe mit nur einem Erfasser. Sobald mehrere Personen erfassen, Audits anstehen oder mobile Eingabe im Feld nötig ist, sind digitale Ackerschlagkarteien klar überlegen: Pflichtfelder greifen automatisch, der Export ist auf Knopfdruck verfügbar und Datenverlust ist deutlich unwahrscheinlicher.
- Muss eine digitale Ackerschlagkartei offline funktionieren?
- Ja. Funklöcher am Feldrand sind die Regel, nicht die Ausnahme. Eine alltagstaugliche Lösung erlaubt das Erfassen ohne Netz und synchronisiert die Daten automatisch, sobald wieder Empfang vorhanden ist.
- Wie lange muss ich Aufzeichnungen aufbewahren?
- Düngeaufzeichnungen mindestens 3 Jahre, Pflanzenschutz-Aufzeichnungen ebenfalls 3 Jahre, jeweils lesbar und nachvollziehbar. Bei steuerlicher Relevanz nach GoBD bis zu 10 Jahre. Digitale Lösungen erledigen das automatisch im Hintergrund.
- Wer darf die Aufzeichnungen einsehen?
- Im Audit oder bei Cross-Compliance-Kontrollen die zuständigen Behörden, im Betriebs-Alltag die berechtigten Personen über das Rollensystem. Bei einem seriösen Anbieter mit Sitz in der EU sind Ihre Daten durch DSGVO und Auftragsverarbeitungsvertrag geschützt – der Anbieter selbst darf sie nicht zu eigenen Zwecken auswerten.
- Welche Ackerschlagkartei ist die beste?
- Es gibt keine pauschal beste Lösung, sondern drei Entscheidungsfragen: Wird mobil am Schlag oder abends am Schreibtisch erfasst? Braucht der Betrieb nur die Feldakte oder auch Maschinen, Team und Kosten in einem System? Und liegen die Daten in der EU mit vollständigem Export? Wer diese drei Punkte für seinen Betrieb beantwortet, hat den Vergleich in der Regel schon entschieden.
- Woran erkenne ich beim Vergleich versteckte Kosten?
- Typische Zusatzposten sind Einrichtungs- und Importgebühren für Flächendaten, kostenpflichtige Zusatzmodule für Düngebedarfsermittlung oder Audit-Export, Aufpreise pro weiterem Nutzer sowie Gebühren für den Datenexport beim Wechsel. Fragen Sie diese vier Punkte vor der Entscheidung schriftlich ab.
- Kann ich meine Daten später zu einem anderen Anbieter mitnehmen?
- Nur wenn der Anbieter einen vollständigen Export in offenen Formaten (CSV, XML, PDF) ohne Zusatzkosten zusichert. Das ist das wichtigste Vergleichskriterium überhaupt, weil es die Entscheidung reversibel macht – lassen Sie sich den Export im Demo-Termin zeigen, nicht nur zusagen.
- Welche Kriterien gehören in einen Ackerschlagkartei-Vergleich?
- Mindestens diese: mobile Erfassung am Schlag, Offline-Fähigkeit mit Sync, erzwungene Pflichtfelder nach DüV und PflSchG, Abgleich mit dem BVL-Zulassungskatalog, Sperrfristen und rote Gebiete, Düngebedarfsermittlung, Audit-Export als PDF und CSV, Flächenimport aus iBALIS/FIONA/LEA, Rollen- und Nutzermodell, Mehrbetriebs-Fähigkeit, Änderungshistorie, EU-Hosting mit AVV, vollständiger Datenexport, Gesetzes-Updates ohne Aufpreis sowie Support und Einführung.
- Wie vergleiche ich die Preise verschiedener Anbieter fair?
- Bringen Sie alle Anbieter auf eine Rechengröße: Gesamtkosten über drei Jahre für Ihre Hektar und Ihre Nutzerzahl, inklusive Einrichtung, Flächenimport, aller benötigten Module und des Datenexports beim Wechsel. Listenpreise sind nicht vergleichbar, weil pro Hektar, pro Nutzer, als Modulbaukasten oder als Betriebspauschale abgerechnet wird.
- Reicht eine Schlagkartei-App oder brauche ich ein Hofmanagement-System?
- Wenn Sie ausschließlich die gesetzliche Feldakte dokumentieren, reicht eine reine Schlagkartei-App. Sobald Maschinenstunden, Mitarbeiterzeiten, Aufgaben oder Schlagkosten dazukommen, entstehen mit einer Einzel-App Doppelerfassungen – dann trägt ein Hofmanagement-System mit einem gemeinsamen Datenstand besser.
- Gibt es eine kostenlose Ackerschlagkartei – und reicht die?
- Kostenlose Apps und Excel-Vorlagen reichen für wenige Schläge mit einem einzigen Erfasser und ohne Zertifizierung. Sobald Pflichtfelder nach DüV und PflSchG erzwungen, Sperrfristen geprüft und ein Audit-Export erzeugt werden müssen, endet der Nutzen. Prüfen Sie bei kostenlosen Angeboten zusätzlich, wer die Bewirtschaftungsdaten auswertet und ob der vollständige Export kostenfrei ist.
- Kann ich meine Flächen aus iBALIS oder FIONA übernehmen?
- Ja, wenn die Software den Import der Landesportal-Daten oder der amtlichen Feldblöcke (LPIS/INVEKOS) unterstützt. Übernommen werden sollten Geometrie, FLIK und Schlaggröße – nicht nur Name und Hektar. Lassen Sie sich den Import im Demo-Termin mit Ihren eigenen Flächen und Ihrem Bundesland zeigen.
- Wie lange dauert der Wechsel zu einer anderen Ackerschlagkartei?
- Mit vorhandenem Datenexport und Flächenimport sind Stammdaten in ein bis zwei Tagen angelegt, der Pilotbetrieb dauert etwa zwei Wochen, der vollständige Umstieg gelingt in der Regel innerhalb einer Saison. Der Aufwand steigt deutlich, wenn der Altanbieter keinen vollständigen Export in offenen Formaten liefert.
Schlagkartei in der Praxis statt in der Theorie
Sehen Sie in einer kostenfreien 20-Minuten-Demo, wie hofmanager+ Pflichtfelder erzwingt, Pflanzenschutz mit Zulassungsnummern verknüpft und den Audit-Export mit einem Klick erzeugt.