Digitalisierung

    Ackerschlagkartei Vergleich 2026: Kosten, Mobil-Erfassung & 18 Kriterien

    Ackerschlagkartei-Software im Vergleich: 6 Anbietertypen und die bekanntesten Marktlösungen nach Kategorie, 18 Kriterien im Direktvergleich, eine Entscheidungsmatrix mit Punktesystem, Pflichtangaben nach DüV und PflSchG, Audit-Export, Kostenmodelle und eine Schnellauswahl je Betriebsgröße.

    15 Min.Lesezeit
    AckerschlagkarteiDigitalVergleichAudit

    Kurz zusammengefasst: Beim Vergleich von Ackerschlagkarteien entscheiden in der Praxis drei Dinge – die Kosten über drei Jahre (inklusive Setup, Schulung und Zusatzmodulen), die mobile Erfassung direkt am Schlag inklusive Offline-Betrieb, und die Prüfungsfestigkeit der Pflichtfelder nach DüV und PflSchG. Ab etwa 20 ha, mehreren Erfassern oder einer Zertifizierung (QS, Bio, GLOBALG.A.P.) trägt eine digitale Ackerschlagkartei zuverlässiger als Papier oder Excel, weil Sperrfristen automatisch greifen und der Audit-Export auf Knopfdruck entsteht. Papier und Excel bleiben nur bei sehr kleinen Betrieben mit einem einzigen Erfasser und ohne Prüfungsdruck sinnvoll.

    01Ergebnis des Vergleichs auf einen Blick

    BetriebssituationTrägt am zuverlässigstenEntscheidender Grund
    Bis ~20 ha, ein Erfasser, keine ZertifizierungPapier oder Excel genügtKein Prüfungsdruck, geringe Datenmenge
    20–150 ha, Düngung und PSM dokumentationspflichtigDigitale Ackerschlagkartei mit Pflichtfeld-PrüfungSperrfristen und Pflichtfelder greifen automatisch
    Mehrere Erfasser, Mitarbeiter am SchlagLösung mit mobiler Offline-ErfassungErfassung im Funkloch ohne Nacharbeit abends
    Zertifizierung (QS, Bio, GLOBALG.A.P.)Lösung mit Audit-Export je Schlag und ZeitraumPrüfbericht auf Knopfdruck statt CSV-Nachbau
    Mehrere Betriebe oder GesellschaftenMandantenfähige Lösung mit getrennten DatenräumenSaubere Trennung ohne Doppelpflege
    • Vergleich in 30 Sekunden: Prüfen Sie zuerst diese fünf Punkte – alles andere ist Beiwerk.
    • Pflichtfelder: Lässt sich eine Düngung oder PSM-Maßnahme ohne Zulassungsnummer, Menge und Anwender speichern? Dann fehlt die Prüfungsfestigkeit.
    • Audit-Export: Entsteht das PDF je Schlag und Zeitraum auf Knopfdruck – oder muss jemand CSV-Daten nachbauen?
    • Flächenimport: Kommen Ihre Schläge mit Geometrie und FLIK aus iBALIS, FIONA oder LEA herein, oder müssen 60 Schläge abgetippt werden?
    • Mobil und offline: Wird am Schlag erfasst – auch im Funkloch – oder abends am Schreibtisch nachgetragen?
    • Kosten und Ausstieg: Sind Setup, Schulung und Module über drei Jahre beziffert und ist ein Vollexport jederzeit selbst auslösbar?

    Dieser Vergleich ordnet zuerst die bekanntesten Marktlösungen nach Kategorie ein (Plattformen wie 365FarmNet, Fachprogramme wie NEXT Farming, Hersteller-Portale und Hofmanagement-Systeme), stellt anschließend Papier, Excel und Software in 18 Kriterien direkt gegenüber und nennt die Pflichtangaben, an denen Kontrollen tatsächlich hängen: mobile Erfassung im Feld, Offline-Fähigkeit, Audit-Export und Datenhoheit.

    Die Ackerschlagkartei ist das Rückgrat jeder landwirtschaftlichen Dokumentation: Düngung, Pflanzenschutz, Aussaat, Bodenbearbeitung, Ernte – alles schlagbezogen, lückenlos und nachvollziehbar. Wer noch mit Papier oder Excel arbeitet, kennt das Problem: Im Frühjahr stapeln sich die Zettel auf dem Beifahrersitz, im Sommer fehlt der letzte Eintrag, vor dem Audit beginnt die nächtliche Tipp-Aktion. Eine digitale Ackerschlagkartei verspricht, genau diesen Frust zu beenden – aber nicht jede Lösung hält das Versprechen.

    02Schnellauswahl: Was passt zu welchem Betrieb?

    Wenn Sie nur eine Minute Zeit haben: Diese Tabelle fasst zusammen, welche Lösung nach Betriebsgröße, Zahl der Erfasser und Prüfungsdruck in der Praxis trägt. Die Detail-Kriterien folgen weiter unten im Direktvergleich.

    BetriebssituationTrägt am bestenWarum
    Bis ~5 Schläge, ein Erfasser, keine ZertifizierungPapier oder ExcelDer Erfassungsaufwand ist überschaubar, die Ablage bleibt kontrollierbar.
    20–100 ha, ein bis zwei Erfasser, DüV-PflichtenDigitale AckerschlagkarteiPflichtfelder und Sperrfristen greifen automatisch, die Düngebilanz entsteht aus den Daten.
    Mehrere Erfasser, Aushilfen oder LohnarbeitDigitale AckerschlagkarteiRollen, gleichzeitige Erfassung und mobile Eingabe ohne Zettel-Übergabe.
    QS, Bio oder GLOBALG.A.P. im HausDigitale AckerschlagkarteiAudit-Export auf Knopfdruck statt Wochenend-Aktion vor der Kontrolle.
    Mehrere Standorte oder BetriebeDigitale AckerschlagkarteiEin Datenstand ohne USB-Stick, Flächenimport aus iBALIS/FIONA/LEA.

    033-Jahres-Kosten vergleichbar machen: die sechs Posten

    Angebote sind selten direkt vergleichbar, weil jeder Anbieter anders bündelt. Rechnen Sie deshalb immer über drei Jahre und über dieselben sechs Posten – erst dann sagt der Preis etwas aus. Die Detailfragen je Kostenmodell (Abo je Hektar, je Nutzer, Modulpreise) stehen weiter unten unter „Kostenmodelle vergleichbar machen“.

    KostenpostenWonach Sie fragenTypische Stolperstelle
    GrundpreisBezugsgröße: je Hektar, je Nutzer oder je Betrieb – und die MindestlaufzeitHektarpreise wirken günstig, bis Pacht dazukommt
    Nutzer und RollenKosten für weitere Erfasser, Aushilfen und LohnunternehmerAushilfen als Vollnutzer abgerechnet
    ModuleWas ist im Grundpaket, was kostet extra (Düngung, PSM, Karte, Auswertung)Pflichtdokumentation liegt im Zusatzmodul
    EinführungSetup, Flächenimport aus iBALIS/FIONA/LEA/ANDI, SchulungImport wird pro Stunde abgerechnet
    Laufender AufwandZeit für Erfassung und Nachtragen, mobil oder abends am SchreibtischDer teuerste Posten steht in keinem Angebot
    AusstiegVollexport inklusive Geometrien selbst auslösbar, ohne GebührExport nur als Dienstleistung gegen Aufpreis

    04Stand August 2026: was sich im Vergleich verändert hat

    Der Vergleich wird laufend nachgeführt. Diese Punkte haben sich seit dem Frühjahr 2026 verschoben und gehören in jedes Anbietergespräch:

    • Stoffstrombilanz: Die Stoffstrombilanzverordnung wurde zum 8. Juli 2025 aufgehoben. Wer eine Software danach bewertet, bewertet eine entfallene Pflicht – entscheidend bleiben Düngebedarfsermittlung und Aufzeichnungen nach DüV.
    • Schlagebene statt nur Feldblock: Mehrere Landesportale liefern inzwischen Geometrien auf Schlagebene (u. a. Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen) – nicht nur Feldblöcke (FLIK). Fragen Sie im Demo-Termin ausdrücklich nach Ihrem Bundesland.
    • Eigene Schlagkennung: Innerhalb eines Feldblocks liegen oft mehrere Schläge. Prüfen Sie, ob die Software je Schlag eine eigene, dauerhafte Kennung führt – sonst sind Maßnahmen im Audit nicht eindeutig zuordenbar.
    • E-Rechnung: Seit 2025 gilt die Empfangspflicht für strukturierte E-Rechnungen. Wenn Abrechnung und Feldakte im selben System laufen sollen, ist das ein zusätzliches Vergleichskriterium.
    • Mehrbetriebs-Fähigkeit: Betriebsgemeinschaften und getrennte Gesellschaften brauchen getrennte Datenbestände mit einem Login – reine Einzelbetriebs-Apps erzwingen sonst Doppelpflege.

    05Entscheidungsmatrix: Anbieter mit Punktesystem vergleichen

    Angebotsvergleiche scheitern meist daran, dass jeder Anbieter andere Stärken betont. Bewerten Sie deshalb jedes Kriterium selbst mit 0 (fehlt), 1 (teilweise) oder 2 (voll erfüllt) und multiplizieren Sie mit der Gewichtung. Wer nach dieser Rechnung vorn liegt, passt zu Ihrem Betrieb – unabhängig davon, wie laut geworben wird.

    KriteriumGewichtung0 Punkte2 Punkte
    Pflichtfelder DüV/PflSchG erzwungen×5Freitextfelder, Lücken fallen erst bei der Kontrolle aufEingabe ist ohne Zulassungsnummer, Menge und Anwender nicht abschließbar
    Audit-Export für QS/Bio/GLOBALG.A.P.×5Nur Rohdaten-CSV zum NachbauenFertiges PDF je Schlag und Zeitraum auf Knopfdruck
    Mobile Erfassung im Feld×4Nur Desktop, Nacherfassung am AbendBedienbar mit Handschuhen, Erfassung direkt am Schlag
    Offline-Fähigkeit×4Ohne Netz keine EingabeErfassung offline, automatische Synchronisierung später
    Datenhoheit und Export beim Wechsel×4Export nur auf Anfrage oder kostenpflichtigVollexport aller Schlagdaten jederzeit selbst auslösbar
    Flächenimport aus iBALIS/FIONA/LEA×3Schläge müssen manuell angelegt werdenImport mit Geometrie, FLIK und Größe
    Rollen und mehrere Erfasser×3Ein gemeinsamer Zugang für alleEigene Zugänge, Rechte je Rolle, nachvollziehbare Änderungen
    Gesamtkosten über drei Jahre×3Setup, Schulung und Module nicht bezifferbarAlle Positionen inklusive Support schriftlich beziffert
    Support in der Saison×2Nur Ticketsystem ohne ZusageErreichbarkeit auch samstags, benannter Ansprechpartner
    Einarbeitung neuer Mitarbeiter×2Schulung nur kostenpflichtig vor OrtSelbsterklärend, Aushilfen nach kurzer Einweisung erfassungsfähig

    Maximal erreichbar sind 70 Punkte. Erfahrungswert aus Demo-Terminen: unter 40 Punkten bleibt die Dokumentation Handarbeit, ab etwa 55 Punkten trägt das System auch durch eine Kontrolle. Wichtiger als die Summe sind die Kriterien mit Gewichtung ×5 – fällt eines davon auf 0, hilft kein Ausgleich an anderer Stelle.

    Ausschlusskriterien: hier lohnt kein zweiter Termin

    • Kein vollständiger Datenexport beim Anbieterwechsel – Ihre Historie bleibt gefangen.
    • Pflanzenschutz ohne Zulassungsnummer und Sachkundenachweis erfassbar – die Aufzeichnung ist damit nicht prüfungsfest.
    • Keine Sperrfristen- oder Bedarfsprüfung bei der Düngung – die Kontrolle rechnet trotzdem nach.
    • Preis erst nach Vertragsgespräch – Gesamtkosten lassen sich so nicht vergleichen.
    • Keine Testphase mit eigenen Schlägen – ob die Erfassung im Feld trägt, zeigt sich nur mit echten Daten.

    06Was eine Ackerschlagkartei leisten muss

    Unabhängig vom Medium gelten die gleichen gesetzlichen Anforderungen. Eine vollständige Ackerschlagkartei muss alle bewirtschaftungsrelevanten Maßnahmen pro Schlag dokumentieren – schnell, lesbar und über die gesetzliche Aufbewahrungsfrist hinweg.

    • Schlagbezug mit FLIK / Schlagnummer und Größe
    • Kultur, Sorte, Vor- und Nachfrucht
    • Aussaat / Pflanzung: Datum, Saatstärke, Sorte
    • Düngung nach DüV: Datum, Mittel, Nährstoffe, Ausbringmenge
    • Pflanzenschutz nach PflSchG: Mittel mit Zulassungsnummer, Aufwandmenge, Indikation, Anwender mit Sachkundenummer
    • Bodenbearbeitung, Bewässerung, weitere Maßnahmen
    • Ernte: Datum, Ertrag, Qualität

    07Der ehrliche Vergleich: Papier, Excel und digitale Software

    KriteriumPapierExcelDigitale Ackerschlagkartei
    Mobile Erfassung im FeldJa, aber leserlich?EingeschränktJa, Smartphone / Tablet
    Offline-FähigkeitImmerMit Datei lokalMit Sync nach Funkloch
    Pflichtfelder erzwingenNeinNur mit AufwandJa, automatisch
    Plausibilitätsprüfung (z. B. Aufwandmenge)NeinManuellEingebaut
    Audit-Export / BehördenformatManuellManuellEin Klick (PDF / CSV / XML)
    Mehrere Erfasser gleichzeitigNeinKonflikteJa, mit Rollen
    Datenverlust-RisikoHoch (Brand, Verlust)Mittel (Festplatte)Niedrig (verschlüsselte Backups)
    Auswertung / DüngebilanzManuellMit AufwandAutomatisch aus Daten
    Düngebedarfsermittlung nach DüV-Anlage 4Separates FormblattZweite Tabelle, manuellIntegriert, mit Restbedarf je Schlag
    Abgleich mit BVL-ZulassungskatalogNeinNeinJa, mit Indikation und Aufwandmenge
    Sperrfristen und rote GebieteEigenverantwortlichEigenverantwortlichAutomatische Prüfung und Warnung
    Flächenimport aus iBALIS / FIONA / LEAAbtippenAbtippenImport der Länderdaten
    Aufwand pro SaisonHochHochNiedrig nach Onboarding

    08Anbietertypen im Vergleich: vier Kategorien am Markt

    Wer Ackerschlagkartei-Software vergleicht, vergleicht in der Praxis vier sehr unterschiedliche Produktkategorien. Die Unterschiede liegen weniger in der Schlagakte selbst als in Umfang, Bedienlogik und Datenhoheit.

    KategorieTypisch dafürStärkeSchwäche im Alltag
    Reine Schlagkartei-AppsSchlanke App, nur FeldakteSchnell startklar, wenig SchulungKein Anschluss an Maschinen, Personal, Kosten
    Große Plattformen der LandtechnikMaschinen-Ökosystem des HerstellersTelemetrie und Auftragsdaten aus der MaschineBindung an eine Marke, Zusatzmodule kostenpflichtig
    Beraterlösungen / OffizialberatungFokus auf DüV-NachweiseFachlich exakt, BeraterzugriffMeist Desktop-orientiert, mobil schwach
    Hofmanagement-SystemeFeldakte plus Betrieb (Maschinen, Team, Kosten)Ein Datenstand für den ganzen BetriebMehr Einführungsaufwand als eine Einzel-App

    09Ackerschlagkartei-Software im Vergleich: diese Anbieter werden am häufigsten geprüft

    In Beratungsgesprächen fallen immer die gleichen Namen. Die Übersicht ordnet die bekanntesten Marktlösungen den Kategorien zu und nennt den Punkt, den Sie im Demo-Termin gezielt prüfen sollten. Sie ersetzt keinen Funktionstest – Preise, Module und Bedienlogik ändern sich, deshalb gilt: selbst mit den eigenen Schlägen testen.

    LösungKategorieSchwerpunktIm Demo-Termin prüfen
    365FarmNetGroße Plattform mit ModulenSchlagkartei plus zubuchbare Module, Anbindung an Landtechnik-PartnerWelche Funktionen sind im Basispaket, welche kosten extra?
    NEXT Farming (FarmFacts)Beratungsnahe Ackerbau-SoftwareAckerbau-Fachlichkeit, Düngeplanung, teils mit BeratungsanbindungWie mobil ist die Erfassung am Schlag – und funktioniert sie offline?
    Hersteller-Portale der LandtechnikMaschinen-ÖkosystemAuftrags- und Telemetriedaten direkt aus der eigenen MaschineBleibt die Dokumentation nutzbar, wenn Maschinen anderer Marken dazukommen?
    Agrar-Office / klassische Büro-SoftwareDesktop-BetriebsbüroBuchführung und Nachweise am PC im BüroGibt es eine echte App für die Erfassung im Feld?
    Kostenlose Apps und Excel-VorlagenEinstiegslösungenSchneller Start ohne KostenWer verwertet die Bewirtschaftungsdaten – und wie exportieren Sie alles wieder?
    hofmanager+Hofmanagement-SystemSchlagakte, Düngung und PSM zusammen mit Maschinen, Team, Aufgaben und KostenEin Datenstand für den ganzen Betrieb statt Insellösung je Thema

    Vier Kriterien je Anbietertyp: Kosten, Import, Audit, Mobilität

    Diese vier Punkte entscheiden in Demo-Terminen am häufigsten – und sie unterscheiden sich systematisch je Anbietertyp. Prüfen Sie sie in dieser Reihenfolge, bevor Sie über den Preis sprechen.

    AnbietertypKostenmodellFlächenimport je BundeslandAudit-ExportMobil / offline
    Reine Schlagkartei-AppsFixpreis je Nutzer oder Hektar, oft günstigmeist nur Shape-Datei, Nutzungscodes manuellCSV-Rohdaten, PDF seltengut mobil, Offline unterschiedlich
    Große Plattformen der LandtechnikBasispaket plus kostenpflichtige Modulehäufig vorhanden, Umfang je Bundesland unterschiedlichje nach Modul, oft zubuchbarApp vorhanden, Funktionsumfang eingeschränkt
    Beraterlösungen / OffizialberatungJahreslizenz, teils mit Beratungspaketauf das jeweilige Landesportal zugeschnittenfachlich stark, DüV-Nachweise ausgereiftmeist Desktop, mobil schwach
    Klassische Büro-SoftwareEinmallizenz plus WartungImport über Datei, kein PortalabrufFormulare am PC, Export als PDFkaum oder nur Zusatz-App
    Kostenlose Apps und Excel-Vorlagenkostenlos, Datenverwertung als Gegenleistung möglichAbtippenHandarbeit vor der Kontrolleeinfach, aber unvollständig
    Hofmanagement-SystemePaketpreis für den ganzen BetriebPortalabruf mit Geometrie, FLIK und amtlicher GrößePDF und CSV je Schlag und Zeitraum auf Knopfdruckmobil zuerst, Offline mit Synchronisierung

    Vergleichsmatrix: Funktion für Funktion gegenübergestellt

    Die Matrix stellt die drei am häufigsten geprüften Ansätze direkt gegenüber: die große Plattform (365FarmNet), die beratungsnahe Ackerbau-Software (NEXT Farming) und das Hofmanagement-System (hofmanager+). Bewertet wird der jeweils typische Funktionsumfang – Module und Pakete ändern sich, prüfen Sie die Zeilen im Demo-Termin am eigenen Betrieb nach.

    Kriterium365FarmNet (Plattform)NEXT Farming (Ackerbau-Fachsoftware)hofmanager+ (Hofmanagement)
    Schlagakte & Maßnahmenim Basispaket enthaltenfachlich sehr detailliertim Standard enthalten, mobil zuerst
    Düngebedarfsermittlung nach DüVüber ModulKernfunktion, beratungsnahim Standard, inkl. Düngekonto und Sperrfristen
    PSM-Dokumentation & Nachweiseüber Modulenthaltenim Standard, mit Audit-Export je Schlag
    Flächenimport aus Landesportal (iBALIS/FIONA u. a.)vorhanden, Umfang je Bundesland unterschiedlichauf das jeweilige Landesportal zugeschnittenImport mit Geometrie, FLIK und amtlicher Größe
    Mobile Erfassung im FeldApp vorhanden, Umfang eingeschränktprimär Desktop, App eingeschränktvollwertig mobil, Offline mit Synchronisierung
    Maschinen, Wartung, Werkstattüber Partner-Modulenicht Schwerpunktim Standard mit Kosten je Maschine
    Personal, Zeiterfassung, Aufgabenteilweise über Modulenicht Schwerpunktim Standard, mit Stunden auf Schlag und Auftrag
    Kosten je Schlag / Deckungsbeitragje nach Modulwahlackerbaulich stark, betrieblich begrenztdurchgängig, weil Maschinen, Stunden und Material zusammenlaufen
    Abrechnung / Rechnungen (Lohnarbeit)nicht Schwerpunktnicht Schwerpunktim Standard inkl. Lieferscheinen
    Mehrere Betriebe / Betriebsnummernje nach Vertragje nach LizenzMulti-Betrieb mit einem Login, getrennte Datenstände
    Rollen- und Rechtemodellvorhandenvorhandenfeingranular, Aushilfen ohne Betriebszahlen
    Datenexport beim WechselExport je Modul prüfenExport je FachbereichPDF und CSV je Schlag und Zeitraum auf Knopfdruck
    Datenhoheit / HostingAnbieter-Cloud, Verwertung prüfenAnbieter- bzw. BeratungsstrukturDSGVO-konformes Hosting in Deutschland, keine Datenverwertung
    Einführung & SupportPartner- und HändlernetzBeratungsanbindungpersönliche Einrichtung inkl. Datenimport

    Wichtig für den Vergleich: Reine Schlagkartei-Produkte lösen die Feldakte, aber nicht die Fragen daneben – wer welche Maschine wann gefahren hat, welche Stunden abzurechnen sind und was der Schlag am Ende gekostet hat. Genau an dieser Grenze entscheidet sich, ob eine Einzel-App reicht oder ein Hofmanagement-System die bessere Wahl ist.

    10Fünf Kriterien, die im Vergleich meist fehlen

    Die Tabelle oben deckt die Standard-Kriterien ab. In der Praxis entscheiden sich Projekte aber an fünf weiteren Punkten, die in Anbieter-Vergleichen selten auftauchen – und genau die kosten später Zeit oder Geld.

    KriteriumWarum es entscheidetWoran Sie es erkennen
    Nutzer- und RollenmodellAushilfen und Lohnunternehmer sollen erfassen, aber keine Betriebszahlen sehenGibt es Rollen mit eingeschränkter Sicht – und kosten weitere Nutzer extra?
    Mehrere Betriebe / BetriebsnummernGbR, Zupacht oder Nebenbetrieb brauchen getrennte DatenständeLassen sich mehrere Betriebe mit einem Login trennen, ohne doppelt zu pflegen?
    ÄnderungshistorieIm Audit zählt nachvollziehbar, wer wann was eingetragen oder korrigiert hatWird jede Änderung protokolliert – oder lässt sich rückdatiert überschreiben?
    Gesetzes-UpdatesDüV, PflSchG und rote Gebiete ändern sich laufendErscheinen Updates ohne Aufpreis, und gibt es einen öffentlichen Changelog?
    Support und EinführungDer Umstieg scheitert selten an Funktionen, sondern am ersten MonatFeste Ansprechperson, Datenimport im Onboarding, Reaktionszeit im Support

    11Technische Prüfpunkte: Schnittstellen, Formate und Datenschutz

    Funktionslisten sagen wenig darüber, ob eine Ackerschlagkartei in eine bestehende Betriebs-IT passt. Die folgenden Punkte lassen sich im Demo-Termin belegen – am besten mit einer echten Datei aus Ihrem Betrieb. Bitten Sie um einen Export bzw. Import, statt sich auf ein „ja, unterstützen wir“ zu verlassen.

    Technischer PrüfpunktBelastbarer Nachweis im TerminWarum es später zählt
    Geodaten-FormateImport von Shapefile, GeoPackage oder GeoJSON aus dem Landesportal, Export derselben Schläge zurückOhne Geometrie-Export bleiben Karten, Teilflächen und Applikationskarten an einen Anbieter gebunden
    Maschinendaten / ISOXMLAuftrag als ISO-XML (ISOBUS TaskData) exportieren und aus dem Terminal zurücklesenNur so werden dokumentierte Mengen zur Ist-Ausbringung statt zur Handeingabe
    Pflanzenschutz-KatalogWirkstoff mit BVL-Zulassungsnummer suchen, Indikation und Aufwandmenge werden vorgeschlagenEin gepflegter Katalog verhindert genau die Formfehler, die bei Kontrollen auffallen
    Schnittstellen / APIDokumentierte REST-Schnittstelle oder CSV-Zeitplan-Export für Buchhaltung und LohnDoppelerfassung zwischen Schlagkartei, Buchhaltung und Zeiterfassung ist der größte Zeitfresser
    Datenhoheit und HostingServerstandort und Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) schriftlich, Löschkonzept benanntDSGVO-Nachweispflicht liegt beim Betrieb, nicht beim Softwareanbieter
    Backup und WiederherstellungWie oft wird gesichert, und wie lange dauert eine Wiederherstellung?Ein Datenverlust mitten in der Saison ist teurer als jede Lizenz
    Mehrbetriebs-FähigkeitZweiten Betrieb im gleichen Login anlegen und Daten getrennt sehenGbR, Zupacht und Nebenbetrieb brauchen getrennte Datenstände ohne Doppelpflege

    12Kostenmodelle vergleichbar machen

    Ackerschlagkartei-Software wird nach sehr unterschiedlichen Logiken abgerechnet. Deshalb sind Listenpreise kaum vergleichbar – vergleichbar wird es erst, wenn Sie alle Anbieter auf dieselbe Rechengröße bringen: Gesamtkosten pro Jahr für Ihre Hektar, Ihre Nutzerzahl und die Module, die Sie wirklich brauchen.

    AbrechnungsmodellTypisch beiWorauf achten
    Pro HektarAckerbau-FachprogrammeZählt die Antragsfläche oder die bewirtschaftete Fläche? Was passiert bei Zupacht?
    Pro NutzerApps und PlattformenZählen Aushilfen und Lohnunternehmer als Vollnutzer?
    ModulbaukastenGroße PlattformenSind Düngebedarfsermittlung und Audit-Export im Basispaket enthalten?
    BetriebspauschaleHofmanagement-SystemeSind Nutzer, Updates und Support enthalten oder gestaffelt?
    Kostenlos / FreemiumEinstiegs-AppsWer verwertet die Bewirtschaftungsdaten, und ist der Export kostenfrei?

    13Checkliste für den Demo-Termin

    Nehmen Sie in jeden Demo-Termin die eigenen Schläge mit – nicht die Musterdaten des Anbieters. Diese acht Aufgaben zeigen innerhalb einer halben Stunde, ob die Lösung im Alltag trägt:

    1. Importieren Sie Ihre echten Flächen aus iBALIS, FIONA oder LEA – live im Termin, nicht als Hausaufgabe.
    2. Erfassen Sie eine Pflanzenschutz-Maßnahme mit Zulassungsnummer, Indikation und Sachkundenummer.
    3. Schalten Sie das Mobilfunknetz am Gerät ab und erfassen Sie eine weitere Maßnahme offline.
    4. Lassen Sie die Düngebedarfsermittlung für einen Schlag mit Sperrfrist rechnen.
    5. Erzeugen Sie den Audit-Export für einen Schlag und ein Jahr als PDF und CSV.
    6. Legen Sie einen Aushilfs-Zugang an und prüfen Sie, was diese Rolle sehen kann.
    7. Öffnen Sie die Änderungshistorie eines korrigierten Eintrags.
    8. Fordern Sie den vollständigen Datenexport an – und fragen Sie, was er beim Wechsel kostet.

    14Bundesland-Besonderheiten: Flächenimport im Vergleich prüfen

    Der erste echte Praxistest jeder Ackerschlagkartei ist der Flächenimport. Jedes Bundesland stellt seine Antragsflächen über ein eigenes Portal bereit, und die amtlichen Feldblöcke (LPIS/INVEKOS) liegen als Geodienst vor. Fragen Sie im Vergleich konkret nach Ihrem Bundesland – „Import ist möglich“ genügt nicht.

    BundeslandPortal für die AntragsflächenIm Vergleich fragen
    BayerniBALISWird die Schlaggeometrie inklusive FLIK und Größe übernommen?
    Baden-WürttembergFIONALässt sich der Flächenexport direkt einlesen oder nur abtippen?
    Niedersachsen / BremenANDIWerden Teilschläge und Nutzungscodes mitgeführt?
    Nordrhein-WestfalenELAN-NRWBleiben Vorjahresdaten beim erneuten Import erhalten?
    Brandenburg / Berlinprofil inetKommen die amtlichen Feldblöcke als echte Polygone an?
    Sachsen / Thüringen / MVDIANAweb bzw. LandesportalIst der Import beim Anbieter im Preis enthalten?

    15Fünf Fehler, die Ackerschlagkartei-Vergleiche verzerren

    1. Mit Musterdaten testen: Die Demo des Anbieters läuft immer rund – Ihre eigenen Schläge zeigen die Wahrheit.
    2. Nur den Monatspreis vergleichen: Erst die Gesamtkosten über drei Jahre inklusive Nutzern, Modulen und Import sind vergleichbar.
    3. Funktionslisten abhaken: Entscheidend ist nicht, ob eine Funktion existiert, sondern wie viele Klicks eine Maßnahme am Schlag kostet.
    4. Offline übersehen: Am Feldrand fehlt regelmäßig das Netz – ohne Offline-Erfassung landet die Dokumentation wieder am Schreibtisch.
    5. Den Ausstieg nicht prüfen: Ohne zugesicherten Vollexport wird die Entscheidung unumkehrbar, egal wie gut das System heute passt.

    16Zeitrechnung: wo der Umstieg tatsächlich Stunden spart

    Der häufigste Denkfehler beim Vergleich ist die Lizenzsicht. Der Aufwand entsteht nicht beim Kauf, sondern in vier wiederkehrenden Arbeiten pro Saison. Die Werte sind Praxis-Erfahrungswerte aus Betrieben mit 50–300 ha und dienen als Orientierung, nicht als Garantie.

    Wiederkehrende ArbeitPapier / ExcelDigitale Schlagkartei
    Maßnahmen nacherfassen (Saison)Mehrere Stunden pro Monat am SchreibtischEntfällt – Erfassung passiert am Schlag
    Düngebedarfsermittlung und BilanzFormblätter und Übertragen von HandAus den erfassten Daten abgeleitet
    Audit-VorbereitungSortieren, Kopieren, Lücken rekonstruierenExport als PDF/CSV je Schlag und Zeitraum
    Flächenänderungen nach AntragAlles neu abtippenErneuter Import der Länderdaten

    Wer die Umstellung praktisch angehen will: die Schritt-für-Schritt-Anleitung steht im Ratgeber „Umstieg auf die digitale Ackerschlagkartei“, der Flächenimport im Beitrag zum iBALIS- und FIONA-Import.

    17Wann sich der Umstieg wirklich lohnt

    Nicht jeder Betrieb braucht sofort eine digitale Schlagkartei. Wer fünf Schläge bewirtschaftet und alles selbst macht, kommt mit Papier zurecht. Mit jeder Komplexitätsstufe verschiebt sich die Rechnung jedoch deutlich zugunsten digitaler Lösungen.

    • Ab mehreren Erfassern: Papier-Zettel gehen verloren, Excel führt zu Konflikten.
    • Ab Audits oder Zertifizierungen (QS, Bio, GLOBALG.A.P.): Auswertungen per Klick statt Wochenende.
    • Ab Cross-Compliance-relevanter Flächengröße: Ein fehlender Eintrag kostet schnell Prämie.
    • Bei mehreren Standorten / Lohnarbeiten: Synchronisation ohne USB-Stick und WhatsApp.
    • Wenn Düngebedarfsermittlung und Bilanz ohnehin gemacht werden müssen: Datenbasis ist schon da.

    18Worauf Sie bei der Software-Auswahl achten sollten

    „Digitale Ackerschlagkartei“ sagt noch nichts über die Qualität aus. Diese fünf Punkte trennen alltagstaugliche Software vom Demo-Sieger:

    1. Mobile App, die offline funktioniert und nach Funkloch sauber synchronisiert.
    2. Pflichtfelder nach DüV und PflSchG eingebaut – inkl. Sachkundenummer und Zulassungs-Liste.
    3. Audit-Export auf Knopfdruck (PDF lesbar, CSV/XML für Behörden und Berater).
    4. Datenhoheit: EU-Hosting, AVV nach Art. 28 DSGVO, voller Export jederzeit.
    5. Updates passend zur Gesetzeslage – ohne Aufpreis, mit öffentlichem Changelog.

    19Der Umstieg in 5 Schritten

    SchrittDauerWas passiert
    1. Stammdaten anlegen1–2 TageFLIK-Import aus iBALIS / FIONA, Mitarbeiter mit Sachkundenummer, eigene PSM- und Düngemittel-Liste
    2. Eine Person pilotiert2 WochenAlle Maßnahmen mobil im Feld erfassen, Feedback dokumentieren
    3. Team onboarden1 MonatKurze Schulung am echten Schlag, A6-Spickzettel, fester Ansprechpartner
    4. Papier abschaltenSaisonwechselKlarer Stichtag, ab dem keine Papier-Aufzeichnungen mehr akzeptiert werden
    5. Auswertungen nutzenFolgemonateDüngebilanz, PSM-Verbrauch, Schlagkarteien-Export für Audits

    20Fazit

    Die Wahl der Ackerschlagkartei ist nicht primär eine Software-, sondern eine Prozess-Entscheidung. Wer mobil im Feld erfasst, statt abends am Schreibtisch zu rekonstruieren, gewinnt Zeit, Genauigkeit und Audit-Sicherheit – unabhängig vom Anbieter. Wichtig sind drei Dinge: Pflichtfelder müssen automatisch greifen, die Daten gehören dem Betrieb, und der Audit-Export muss auf Knopfdruck stehen. Ist das gegeben, ist der Umstieg innerhalb einer Saison erledigt – und Papier-Zettel bleiben da, wo sie hingehören: in der Erinnerung.

    Häufige Fragen

    Was ist eine Ackerschlagkartei?
    Eine Ackerschlagkartei ist die schlagbezogene Dokumentation aller Bewirtschaftungsmaßnahmen – von Aussaat über Düngung und Pflanzenschutz bis zur Ernte. Sie ist gesetzlich vorgeschrieben (DüV, PflSchG) und Grundlage für Düngebilanz, Audits und Cross-Compliance.
    Excel oder digitale Ackerschlagkartei – was ist besser?
    Excel funktioniert für sehr kleine Betriebe mit nur einem Erfasser. Sobald mehrere Personen erfassen, Audits anstehen oder mobile Eingabe im Feld nötig ist, sind digitale Ackerschlagkarteien klar überlegen: Pflichtfelder greifen automatisch, der Export ist auf Knopfdruck verfügbar und Datenverlust ist deutlich unwahrscheinlicher.
    Muss eine digitale Ackerschlagkartei offline funktionieren?
    Ja. Funklöcher am Feldrand sind die Regel, nicht die Ausnahme. Eine alltagstaugliche Lösung erlaubt das Erfassen ohne Netz und synchronisiert die Daten automatisch, sobald wieder Empfang vorhanden ist.
    Wie lange muss ich Aufzeichnungen aufbewahren?
    Düngeaufzeichnungen mindestens 3 Jahre, Pflanzenschutz-Aufzeichnungen ebenfalls 3 Jahre, jeweils lesbar und nachvollziehbar. Bei steuerlicher Relevanz nach GoBD bis zu 10 Jahre. Digitale Lösungen erledigen das automatisch im Hintergrund.
    Wer darf die Aufzeichnungen einsehen?
    Im Audit oder bei Cross-Compliance-Kontrollen die zuständigen Behörden, im Betriebs-Alltag die berechtigten Personen über das Rollensystem. Bei einem seriösen Anbieter mit Sitz in der EU sind Ihre Daten durch DSGVO und Auftragsverarbeitungsvertrag geschützt – der Anbieter selbst darf sie nicht zu eigenen Zwecken auswerten.
    Welche Ackerschlagkartei ist die beste?
    Es gibt keine pauschal beste Lösung, sondern drei Entscheidungsfragen: Wird mobil am Schlag oder abends am Schreibtisch erfasst? Braucht der Betrieb nur die Feldakte oder auch Maschinen, Team und Kosten in einem System? Und liegen die Daten in der EU mit vollständigem Export? Wer diese drei Punkte für seinen Betrieb beantwortet, hat den Vergleich in der Regel schon entschieden.
    Woran erkenne ich beim Vergleich versteckte Kosten?
    Typische Zusatzposten sind Einrichtungs- und Importgebühren für Flächendaten, kostenpflichtige Zusatzmodule für Düngebedarfsermittlung oder Audit-Export, Aufpreise pro weiterem Nutzer sowie Gebühren für den Datenexport beim Wechsel. Fragen Sie diese vier Punkte vor der Entscheidung schriftlich ab.
    Kann ich meine Daten später zu einem anderen Anbieter mitnehmen?
    Nur wenn der Anbieter einen vollständigen Export in offenen Formaten (CSV, XML, PDF) ohne Zusatzkosten zusichert. Das ist das wichtigste Vergleichskriterium überhaupt, weil es die Entscheidung reversibel macht – lassen Sie sich den Export im Demo-Termin zeigen, nicht nur zusagen.
    Welche Kriterien gehören in einen Ackerschlagkartei-Vergleich?
    Mindestens diese: mobile Erfassung am Schlag, Offline-Fähigkeit mit Sync, erzwungene Pflichtfelder nach DüV und PflSchG, Abgleich mit dem BVL-Zulassungskatalog, Sperrfristen und rote Gebiete, Düngebedarfsermittlung, Audit-Export als PDF und CSV, Flächenimport aus iBALIS/FIONA/LEA, Rollen- und Nutzermodell, Mehrbetriebs-Fähigkeit, Änderungshistorie, EU-Hosting mit AVV, vollständiger Datenexport, Gesetzes-Updates ohne Aufpreis sowie Support und Einführung.
    Wie vergleiche ich die Preise verschiedener Anbieter fair?
    Bringen Sie alle Anbieter auf eine Rechengröße: Gesamtkosten über drei Jahre für Ihre Hektar und Ihre Nutzerzahl, inklusive Einrichtung, Flächenimport, aller benötigten Module und des Datenexports beim Wechsel. Listenpreise sind nicht vergleichbar, weil pro Hektar, pro Nutzer, als Modulbaukasten oder als Betriebspauschale abgerechnet wird.
    Reicht eine Schlagkartei-App oder brauche ich ein Hofmanagement-System?
    Wenn Sie ausschließlich die gesetzliche Feldakte dokumentieren, reicht eine reine Schlagkartei-App. Sobald Maschinenstunden, Mitarbeiterzeiten, Aufgaben oder Schlagkosten dazukommen, entstehen mit einer Einzel-App Doppelerfassungen – dann trägt ein Hofmanagement-System mit einem gemeinsamen Datenstand besser.
    Gibt es eine kostenlose Ackerschlagkartei – und reicht die?
    Kostenlose Apps und Excel-Vorlagen reichen für wenige Schläge mit einem einzigen Erfasser und ohne Zertifizierung. Sobald Pflichtfelder nach DüV und PflSchG erzwungen, Sperrfristen geprüft und ein Audit-Export erzeugt werden müssen, endet der Nutzen. Prüfen Sie bei kostenlosen Angeboten zusätzlich, wer die Bewirtschaftungsdaten auswertet und ob der vollständige Export kostenfrei ist.
    Kann ich meine Flächen aus iBALIS oder FIONA übernehmen?
    Ja, wenn die Software den Import der Landesportal-Daten oder der amtlichen Feldblöcke (LPIS/INVEKOS) unterstützt. Übernommen werden sollten Geometrie, FLIK und Schlaggröße – nicht nur Name und Hektar. Lassen Sie sich den Import im Demo-Termin mit Ihren eigenen Flächen und Ihrem Bundesland zeigen.
    Wie lange dauert der Wechsel zu einer anderen Ackerschlagkartei?
    Mit vorhandenem Datenexport und Flächenimport sind Stammdaten in ein bis zwei Tagen angelegt, der Pilotbetrieb dauert etwa zwei Wochen, der vollständige Umstieg gelingt in der Regel innerhalb einer Saison. Der Aufwand steigt deutlich, wenn der Altanbieter keinen vollständigen Export in offenen Formaten liefert.

    Schlagkartei in der Praxis statt in der Theorie

    Sehen Sie in einer kostenfreien 20-Minuten-Demo, wie hofmanager+ Pflichtfelder erzwingt, Pflanzenschutz mit Zulassungsnummern verknüpft und den Audit-Export mit einem Klick erzeugt.

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