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    Zeiterfassung in der Landwirtschaft – digital statt Zettel

    Mitarbeiter und Saisonkräfte stempeln am Handy, Pausen und Stundenkonto laufen automatisch mit, und zum Monatsende geht eine geprüfte Übersicht an die Lohnstelle – ohne Stundenzettel abzutippen.

    8 Min.Lesezeit
    ZeiterfassungArbeitszeitSaisonkräfteStundenkonto

    01Was aufgezeichnet werden muss

    Für Beschäftigte im Betrieb gilt dasselbe wie in anderen Branchen: Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit müssen nachvollziehbar festgehalten werden. Für bestimmte Beschäftigungsformen, etwa geringfügig Beschäftigte, kommt die Dokumentation nach dem Mindestlohngesetz mit kurzer Frist hinzu – ob sie greift, hängt vom Beschäftigungsstatus ab, nicht davon, dass es Saisonarbeit ist.

    PflichtAnforderungGrundlage
    Arbeitszeit aufzeichnenÜber acht Stunden hinausgehende Arbeitszeit aufzeichnen; nach BAG-Beschluss vom 13.09.2022 (1 ABR 22/21) besteht zudem eine allgemeine Pflicht, Arbeitszeit zu erfassen§ 16 Abs. 2 ArbZG, BAG
    Mindestlohn-DokumentationFür die im Gesetz genannten Beschäftigungsformen (u. a. geringfügig Beschäftigte und bestimmte Branchen) sind Beginn, Ende und Dauer spätestens am siebten Tag aufzuzeichnen – das gilt nicht automatisch für jede Saisonarbeit, maßgeblich ist der Beschäftigungsstatus§ 17 MiLoG
    AufbewahrungFür diese MiLoG-Aufzeichnungen: mindestens zwei Jahre bereithalten§ 17 Abs. 1 MiLoG
    Pausen und RuhezeitenPausen ab sechs bzw. neun Stunden Arbeitszeit, elf Stunden Ruhezeit zwischen zwei Tagen§ 4, § 5 ArbZG

    Quellen (Stand 08.10.2026): BMAS: Fragen und Antworten zur Arbeitszeiterfassung · BMAS: Dokumentationspflicht nach dem Mindestlohngesetz. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung und keine Zusicherung für Prüfungen.

    02Wie die Zeiterfassung in hofmanager+ arbeitet

    Die Zeiterfassung ist kein eigenes Programm neben dem Betrieb, sondern Teil derselben App, in der Flächen, Maschinen und Aufgaben liegen. Jede Buchung gehört zu einem Mitarbeiter, kann einer Arbeit und einem Bereich zugeordnet werden und fließt in Stundenkonto und Auswertung.

    BausteinWas er leistet
    Kommen und Gehen am HandyMitarbeiter stempeln direkt vom Smartphone – auf dem Feld, in der Halle oder im Stall. Läuft eine Erfassung, ist sie oben in der App sichtbar.
    Pausen mitzählenPausen werden gestartet und beendet, lange Pausen werden erkannt und getrennt ausgewiesen, damit die Nettoarbeitszeit stimmt.
    Stundenkonto und MonatssollJe Mitarbeiter Wochen- oder Monatssoll, Vertragsart und Arbeitstage – daraus rechnet die App Plus- und Minusstunden laufend mit.
    Tätigkeiten und BereicheJede Buchung lässt sich einer Arbeit und einem Bereich zuordnen, dazu Notiz und Belege als Anhang.
    Freigabe durch die BetriebsleitungEinträge werden geprüft, korrigiert, geteilt oder zurückgesetzt – jede Änderung bleibt nachvollziehbar.
    Auswertung und ExportWochen- und Monatsübersichten, Auswertung nach Person, Arbeit und Bereich sowie Export als PDF oder CSV für die Lohnabrechnung.
    Feld-Präsenz mit GPSMitarbeiter starten die Feld-Präsenz nach Einwilligung selbst; die Betriebsleitung sieht, wer auf welchem Schlag ist. Optional wird beim Start ein Zeiteintrag angelegt – Lohngrundlage bleibt die gestempelte, geprüfte Zeit.
    Tablet-Terminal mit PINEin gemeinsames Tablet im Pausenraum oder am Stall: Mitarbeiter melden sich mit vierstelliger PIN an, stempeln ein und aus, tragen Pausen ein, beantragen Urlaub und sehen ihre Aufgaben. Nach zwei Minuten ohne Eingabe meldet sich das Tablet ab.
    Urlaub und AbwesenheitenUrlaub, Überstundenabbau oder Sonderurlaub beantragen, ganze oder halbe Tage; Arbeitstage werden mit Feiertagen berechnet, die Betriebsleitung genehmigt.

    03In fünf Schritten eingerichtet

    1. Mitarbeiter anlegen: Vertragsart, Wochensoll, Arbeitstage und Bereich hinterlegen.
    2. Arbeiten und Bereiche einmal definieren, damit Buchungen später auswertbar sind.
    3. Zugänge verteilen – jeder stempelt selbst am eigenen Handy, ohne Papierzettel.
    4. Laufende Woche kontrollieren: offene Erfassungen, fehlende Pausen und Abweichungen zum Soll.
    5. Zum Monatsende freigeben und die Übersicht als PDF oder CSV an die Lohnstelle geben.

    04Von der Stunde zur Kostenwahrheit

    Erfasste Stunden sind mehr als ein Nachweis. Zusammen mit den dokumentierten Maßnahmen je Schlag und den Maschinenzeiten zeigen sie, was eine Fläche, ein Auftrag oder ein Betriebszweig tatsächlich an Arbeit gebunden hat. Grundlage dafür ist die laufende Dokumentation in der Ackerschlagkartei; im Dienstleistungsgeschäft laufen die Zeiten am Auftrag zusammen – siehe Software für Lohnunternehmen.

    05Passend dazu

    Häufige Fragen zur Zeiterfassung

    Ist Zeiterfassung in der Landwirtschaft Pflicht?
    Ja, für Beschäftigte. § 16 Abs. 2 ArbZG verlangt die Aufzeichnung der über acht Stunden hinausgehenden Arbeitszeit, und nach dem Beschluss des Bundesarbeitsgerichts vom 13.09.2022 (1 ABR 22/21) besteht eine allgemeine Pflicht zur Arbeitszeiterfassung; Arbeitgeber müssen danach grundsätzlich Beginn, Ende und Dauer der Arbeitszeit ihrer Beschäftigten erfassen. Die besonderen Fristen des § 17 MiLoG (Aufzeichnung bis zum siebten Tag, zwei Jahre Aufbewahrung) gelten für die dort genannten Beschäftigungsformen, etwa geringfügig Beschäftigte – nicht automatisch für jede Saisonarbeit; entscheidend ist der Beschäftigungsstatus. Quellen: FAQ Arbeitszeiterfassung und Dokumentationspflicht des BMAS, Stand 08.10.2026. Keine Rechtsberatung.
    Wie erfassen Saisonkräfte ihre Stunden ohne Papierzettel?
    Jede Kraft erhält einen eigenen Zugang und stempelt Kommen, Gehen und Pausen am Smartphone. Die Buchung landet sofort im Stundenkonto; die Betriebsleitung sieht offene Erfassungen und kann Einträge prüfen und freigeben.
    Funktioniert die Zeiterfassung ohne Empfang auf dem Feld?
    Nein, Stempeln braucht beim Speichern eine Internetverbindung. Fehlt der Empfang, lässt sich die Zeit später nachtragen oder durch die Betriebsleitung korrigieren; Änderungen bleiben nachvollziehbar. Ein gemeinsames Tablet-Terminal im WLAN von Pausenraum oder Stall ist dafür oft die einfachere Lösung.
    Wie kommen die Stunden in die Lohnabrechnung?
    Über die Monatsübersicht: Nach der Freigabe wird sie als PDF oder CSV exportiert – je Mitarbeiter mit Soll, Ist, Plus- und Minusstunden sowie Aufschlüsselung nach Arbeit und Bereich. Die Lohnstelle arbeitet mit denselben Werten, die im Betrieb freigegeben wurden.
    Was unterscheidet Zeiterfassung von der Feld-Präsenz?
    Die Zeiterfassung ist die gestempelte und geprüfte Arbeitszeit – Grundlage für Lohn und Nachweis. Die Feld-Präsenz startet der Mitarbeiter selbst; sie zeigt per GPS, auf welchem Schlag er ist, und dient der Einsatzübersicht. Aus der Ortung wird keine Lohnzeit automatisch berechnet.
    Können Mitarbeiter ohne eigenes Handy stempeln?
    Ja, über das Tablet-Terminal: ein gemeinsames Tablet, an dem sich jeder Mitarbeiter mit seiner vierstelligen PIN anmeldet. Die Betriebsleitung vergibt PINs und richtet das Tablet mit einem kurzen Einrichtungscode ein.
    Sehen Mitarbeiter die Zeiten der Kollegen?
    Nein. Mitarbeiter sehen ihr eigenes Stundenkonto. Die Gesamtauswertung über das Team ist der Betriebsleitung und berechtigten Rollen vorbehalten; die Rechtevergabe erfolgt je Betrieb.
    Lassen sich Zeiten Aufträgen und Kunden zuordnen?
    Ja. Buchungen können Arbeiten und Bereichen zugeordnet werden; im Lohn- und Dienstleistungsgeschäft laufen Personalstunden, Wege- und Rüstzeiten am Auftrag zusammen und sind getrennt auswertbar.

    Ihre Stunden, einmal sauber aufgesetzt

    In einer persönlichen Online-Vorführung richten wir Mitarbeiter, Wochensoll und Bereiche an Ihrem Betrieb ein und zeigen, wie die Monatsübersicht für die Lohnstelle entsteht.