01Was ist eine Ackerschlagkartei?
Die Ackerschlagkartei – oft kurz Schlagkartei genannt – ist die schlagbezogene Aufzeichnung aller Bewirtschaftungsmaßnahmen eines Betriebs. Für jeden Schlag wird festgehalten, was angebaut, gedüngt, gespritzt, bearbeitet und geerntet wurde: mit Datum, Mittel, Menge und verantwortlicher Person.
Rechtlich verlangt die Düngeverordnung die Dokumentation jeder Düngemaßnahme samt vorheriger Düngebedarfsermittlung, das Pflanzenschutzgesetz die Aufzeichnung jeder Anwendung mit Zulassungsnummer und Sachkundenachweis. Dazu kommen Fördernachweise der GAP und die Anforderungen von Abnehmern und Zertifizierern.
02Pflichtangaben und Aufbewahrungsfristen
Diese Angaben werden bei einer Kontrolle regelmäßig geprüft. Fehlt eine Position oder ist sie nicht lesbar, gilt sie als nicht dokumentiert.
| Bereich | Erforderliche Angaben | Aufbewahrung |
|---|---|---|
| Schlagbezug | FLIK/Schlagnummer, Bezeichnung, Größe in ha | dauerhaft |
| Kultur & Sorte | Hauptfrucht, Sorte, Vor- und Zwischenfrucht | je Anbaujahr |
| Düngung (DüV) | Datum, Düngemittel, N/P₂O₅/K₂O, Ausbringmenge je ha | 3 Jahre |
| Pflanzenschutz (PflSchG) | Mittel mit Zulassungsnummer, Aufwandmenge, Indikation, Anwender mit Sachkundenummer | 3 Jahre |
| Düngebedarfsermittlung | vor der ersten Düngung je Schlag und Kultur, schriftlich | 7 Jahre |
| Ernte | Datum, Erntemenge, Qualität/Feuchte | 3 Jahre |
| Bodenuntersuchung | P₂O₅-Gehalt, Probedatum, Labornachweis | alle 6 Jahre |
Alle Pflichten und Fristen 2026 im Detail
03Die Ackerschlagkartei in hofmanager+
Alle Module greifen ineinander: Was am Schlag erfasst wird, landet automatisch in Bilanz, Nachweis und Auswertung – ohne zweite Erfassung im Büro.
| Modul | Was es übernimmt |
|---|---|
| Schlagakte je Feld | Geometrie, Größe, Nutzungscode, Kultur, Vorfrucht, Bodenart und die vollständige Maßnahmenhistorie über alle Jahre. |
| Düngung & Düngebedarf | Düngebedarfsermittlung nach DüV-Anlage 4, N-Ausnutzung nach Anlage 3, laufende Nährstoffbilanz je Schlag, Sperrfristen- und Rote-Gebiete-Prüfung. |
| Pflanzenschutz mit BVL-Katalog | Mittelauswahl aus dem BVL-Zulassungsverzeichnis, Prüfung von Indikation und Aufwandmenge, Sachkundenachweis und Wartezeiten-Hinweise. |
| Bodenproben & Nmin | Probetermine, Laborwerte und die 6-Jahres-Frist der Grundbodenuntersuchung inklusive regionaler Nmin-Richtwerte. |
| Feld-Präsenz & GPS | Geofencing zeigt live, wer mit welchem Gespann auf welchem Schlag arbeitet; Enter/Leave-Events landen in Zeiterfassung und Auftragsstatus. |
| Aufgaben am Schlag | Arbeitsanweisung mit Foto und Sprachnotiz auf den Schlag legen – die ausführende Person dokumentiert in derselben Maske. |
| Prüfungsfertige Exporte | Feldkarte, Düngejahresbericht, PSM-Nachweis, Nährstoffbilanz und WDüngV-Belege als PDF oder CSV, fertig für die Behörde. |
| Mobil und offline | Erfassung direkt am Schlag auf dem Handy, auch im Funkloch – die App synchronisiert automatisch, sobald wieder Netz da ist. |
Ackerschlagkartei-Software im Vergleich: 18 Kriterien und Schnellauswahl
04In fünf Schritten zur digitalen Ackerschlagkartei
- Flächen importieren: Shape oder Export aus iBALIS, FIONA und LEA – Geometrie, FLIK und amtliche Größe kommen mit.
- Kulturen und Vorfrüchte je Schlag setzen; Bodenart und letzte Bodenprobe hinterlegen.
- Düngebedarf vor der ersten Maßnahme ermitteln – die DBE ist Voraussetzung für jede Düngebuchung.
- Maßnahmen ab sofort mobil am Schlag erfassen: Düngung, Pflanzenschutz, Bodenbearbeitung, Ernte.
- Zum Jahresende Bilanz und Nachweise exportieren – Düngejahresbericht, PSM-Nachweis, Nährstoffbilanz.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Umstieg
05Ratgeber zur Ackerschlagkartei
Praxisleitfäden zu Pflichten, Umstieg, Import und Bilanzen – kostenlos lesbar, ohne Anmeldung.
Papier, Excel und digitale Lösung ehrlich gegenübergestellt – mit Auswahlkriterien.
LesenWas in der Saison 2026 aufzuzeichnen ist – Maßnahme für Maßnahme.
LesenIn welcher Reihenfolge Sie umstellen, ohne Daten oder Nachweise zu verlieren.
LesenWo Gratis-Tools und Excel-Vorlagen reichen – und wo sie in der Kontrolle scheitern.
LesenErfassung am Schlag: Offline, Foto, GPS und Sprachnotiz in der Praxis.
LesenFlächen aus den Länderportalen exportieren und sauber übernehmen.
LesenDBE nach DüV-Anlage 4 rechnen und prüfungssicher dokumentieren.
LesenVerschärfte Vorgaben, 20-Prozent-Reduktion und der Nachweis dazu.
LesenAufhebung zum 08.07.2025 – und warum die Hoftorbilanz freiwillig weiter lohnt.
LesenAlle Themen im Ratgeber für Landwirte – oder direkt zur gesamten Hofmanagement-Software.
Häufige Fragen zur Ackerschlagkartei
- Was ist eine Ackerschlagkartei?
- Die Ackerschlagkartei ist die schlagbezogene Dokumentation aller Bewirtschaftungsmaßnahmen eines Betriebs: Aussaat, Düngung, Pflanzenschutz, Bodenbearbeitung und Ernte – je Schlag, lückenlos und über die gesetzliche Aufbewahrungsfrist nachvollziehbar. Sie ist Grundlage für Düngeverordnung, Pflanzenschutzrecht, Fördernachweise und Zertifizierungen.
- Ist eine Ackerschlagkartei Pflicht?
- Ja. Die Aufzeichnungspflichten ergeben sich aus der Düngeverordnung (DüV), dem Pflanzenschutzgesetz (PflSchG) und den Cross-Compliance-Vorgaben der GAP. Ob Sie die Aufzeichnungen auf Papier, in Excel oder in einer Ackerschlagkartei-Software führen, ist rechtlich frei – die Inhalte, Fristen und die Lesbarkeit sind es nicht.
- Was muss in der Ackerschlagkartei stehen?
- Mindestens: Schlagbezug mit FLIK und Größe, Kultur und Sorte, jede Düngemaßnahme mit Datum, Mittel, Nährstoffen und Menge je Hektar, jede Pflanzenschutzmaßnahme mit Zulassungsnummer, Aufwandmenge, Indikation und Anwender, die Düngebedarfsermittlung vor der ersten Düngung sowie Erntedatum und Erntemenge.
- Wie lange muss die Ackerschlagkartei aufbewahrt werden?
- Aufzeichnungen zu Düngung und Pflanzenschutz sind mindestens drei Jahre lesbar aufzubewahren, Düngebedarfsermittlung und Nährstoffbilanzen sieben Jahre. Bei steuerlicher Relevanz gelten nach GoBD bis zu zehn Jahre. Eine digitale Ackerschlagkartei erledigt die Archivierung automatisch.
- Was kostet eine Ackerschlagkartei-Software?
- Das hängt von Betriebsgröße, Nutzerzahl und Funktionsumfang ab. In einer kostenlosen Online-Vorführung schauen wir uns Ihre Flächen und Abläufe an und nennen Ihnen anschließend die passende Variante samt Konditionen.
- Kann ich meine Flächen aus iBALIS oder FIONA übernehmen?
- Ja. hofmanager+ importiert Flächen samt Geometrie, FLIK und amtlicher Größe aus iBALIS (Bayern), FIONA (Baden-Württemberg) und LEA sowie allgemeine Shape-Dateien. Nutzungscodes werden dabei automatisch der passenden Kultur zugeordnet.
- Funktioniert die Ackerschlagkartei auch ohne Empfang im Feld?
- Ja. Die App speichert Eingaben lokal und synchronisiert automatisch, sobald wieder Netz besteht. Damit können Maßnahmen direkt am Schlag erfasst werden – nicht erst abends aus dem Gedächtnis am Schreibtisch.
- Wie sicher sind die Daten der Ackerschlagkartei?
- Betrieb und Hosting erfolgen in der EU, alle Daten sind verschlüsselt, Zugänge lassen sich per Zwei-Faktor-Authentifizierung absichern und es gibt ein Rollen- und Rechtekonzept sowie einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV).
Ihre Schläge, live in der Ackerschlagkartei
In einer persönlichen Online-Vorführung importieren wir Beispielflächen und zeigen Düngebedarf, Nährstoffbilanz und Nachweis-Export an Ihrem Betrieb.