Die meisten Betriebe führen ihre Schlagaufzeichnungen noch auf Papier oder in einer über Jahre gewachsenen Excel-Tabelle. Das funktioniert – bis die Prüfung kommt, ein Blatt fehlt oder die Düngebedarfsermittlung wieder von Hand nachgerechnet werden muss. Der Umstieg auf eine digitale Ackerschlagkartei ist kein Großprojekt: Wer die Schlagdaten einmal saubermacht und aus dem Landesportal exportiert, ist an einem Vormittag durch.
01Schritt 1: Schlagdaten aus dem Landesportal exportieren
Die belastbarste Datenquelle ist der Agrarantrag. Dort liegen Feldstücke, Teilflächen, amtliche Flächengrößen, Nutzungscodes und Geometrien – genau das, was die digitale Schlagkartei braucht. Je nach Bundesland heißt das Portal anders, der Weg ist aber immer gleich: anmelden, Flächenverzeichnis öffnen, Export starten.
| Bundesland | Portal | Empfohlenes Exportformat |
|---|---|---|
| Bayern | iBALIS | Shapefile (ZIP) + Flächenverzeichnis als CSV/PDF |
| Baden-Württemberg | FIONA | Shapefile (ZIP) oder GeoPackage + Nutzungsnachweis CSV |
| Niedersachsen / Bremen | ANDI | Shapefile (ZIP) |
| NRW | ELAN-NRW | Shapefile (ZIP) |
| Andere Länder | jeweiliges Antragsportal | Shapefile oder GeoJSON |
- Im Portal das aktuelle Antragsjahr wählen – ältere Jahre nur, wenn Sie die Historie mit übernehmen wollen.
- Flächen- bzw. Nutzungsverzeichnis exportieren (Geometrie + Sachdaten).
- ZIP nicht entpacken und umbenennen – die enthaltenen .shp/.dbf/.prj-Dateien müssen zusammenbleiben.
- Zusätzlich das Flächenverzeichnis als CSV oder PDF sichern: darin stehen Nutzungscodes und amtliche Größen als Kontrollwert.
02Schritt 2: Daten vor dem Import aufräumen
- Doppelte Schläge zusammenführen: Tauschflächen und aufgegebene Pachtflächen vorher markieren, nicht importieren.
- Einheitliche Schlagnamen wählen (z. B. „Am Bach 1“ statt „AmBach1“, „Bach I“) – sie sind später der Schlüssel für Aufzeichnungen und Auswertungen.
- Flächengrößen auf zwei Dezimalstellen und in Hektar bringen; Ar/Quadratmeter vorher umrechnen.
- Nutzungscodes prüfen: Codes wie 424 (Grasanbau) müssen auf die richtige Kultur gemappt werden, sonst stimmt später der N-Bedarfswert nicht.
- Pacht- und Eigentumsstatus je Schlag notieren – das spart die Nacharbeit bei Pachtverträgen.
03Schritt 3: Import in hofmanager+
- In hofmanager+ auf „Flächen“ gehen und den Import öffnen.
- Für Bayern/Baden-Württemberg den iBALIS- bzw. FIONA-Import wählen – Nutzungscodes werden automatisch auf Kulturen übersetzt.
- Für alle anderen Portale den allgemeinen Shape-Import nutzen (Shapefile-ZIP oder GeoJSON, ANDI und ELAN inklusive).
- In der Vorschau Spalten zuordnen: Schlagname, Fläche, Kultur, Feldstück-/Teilflächennummer.
- Import bestätigen – die Schläge erscheinen mit Geometrie auf der Karte, die Karte zoomt direkt auf den Betrieb.
- Stichprobe: drei Schläge gegen das Flächenverzeichnis prüfen (Größe und Kultur).
04Schritt 4: Historie übernehmen – so viel wie nötig
Papierordner müssen nicht abgetippt werden. Aufbewahrungspflichtige Altaufzeichnungen bleiben im Ordner; digital erfasst wird ab dem Umstiegsdatum. Sinnvoll ist es aber, drei Dinge nachzutragen: die letzten Bodenuntersuchungen (Pflicht alle sechs Jahre), die Vorfrucht des laufenden Jahres und bereits erfolgte Düngungs- sowie Pflanzenschutzmaßnahmen des aktuellen Wirtschaftsjahres. Damit sind Düngebedarfsermittlung und Nährstoffbilanz sofort rechnungsfähig.
05Schritt 5: Der eigentliche Zeitgewinn – Düngebedarf und Nachweise
- Düngebedarfsermittlung: N-Bedarfswerte, Zu- und Abschläge, Nmin-Werte und Vorfruchtabzüge werden je Schlag berechnet statt in Excel nachgebaut – inklusive Revisionsstand vor der ersten Düngung.
- Aufzeichnung innerhalb von zwei Tagen: Maßnahmen werden direkt am Schlag erfasst, auch mobil auf dem Feld ohne dauerhafte Verbindung.
- Nährstoffbilanz und rote Gebiete: Der 20 %-Abschlag und Sperrfristen laufen als Regel mit und werden nicht vergessen.
- Pflanzenschutz: Mittel, Aufwandmenge, Indikation und Wetterlage werden vollständig dokumentiert, Prüfung des Lagerbestands inklusive.
- Behördenexport: Schlagbezogene Aufzeichnungen als PDF – ein Klick statt Kopierstapel.
06Schritt 6: Team und Routine
- Erfassen soll der, der die Maßnahme fährt – Mitarbeitende bekommen mobilen Zugang mit eingeschränkter Rolle.
- Feste Routine: Maßnahme direkt nach der Fahrt buchen, nicht am Monatsende.
- Einmal im Quartal Plausibilitätsblick: fehlende Aufzeichnungen, offene Bodenproben, Bilanzstand.
Häufige Fragen
- Muss ich meine alten Papieraufzeichnungen digitalisieren?
- Nein. Altaufzeichnungen bleiben im Original aufbewahrungspflichtig (in der Regel sieben Jahre). Digital erfasst wird ab dem Umstiegsdatum; sinnvoll nachzutragen sind nur Bodenuntersuchungen, Vorfrucht und die Maßnahmen des laufenden Wirtschaftsjahres.
- Welches Exportformat aus iBALIS oder FIONA ist das richtige?
- Ein Shapefile-ZIP mit Geometrien und Sachdaten, ergänzt um das Flächenverzeichnis als CSV oder PDF. Das ZIP unverändert hochladen – die enthaltenen .shp-, .dbf- und .prj-Dateien müssen zusammenbleiben.
- Warum weicht die importierte Flächengröße von meinem Antrag ab?
- Aus der Geometrie berechnete Flächen weichen durch Projektion und Digitalisierungsgenauigkeit oft um wenige Ar ab. Maßgeblich für Düngebedarf und Nachweise ist die amtliche Größe aus dem Flächenverzeichnis – diesen Wert beim Import übernehmen.
- Was passiert mit Nutzungscodes wie 424?
- Sie werden beim iBALIS- und FIONA-Import automatisch auf die passende Kultur übersetzt, im Beispiel 424 auf Grasanbau. Beim allgemeinen Shape-Import ordnen Sie die Kultur in der Vorschau selbst zu.
Schlagkartei in der Praxis statt in der Theorie
Sehen Sie in einer kostenfreien 20-Minuten-Demo, wie hofmanager+ Pflichtfelder erzwingt, Pflanzenschutz mit Zulassungsnummern verknüpft und den Audit-Export mit einem Klick erzeugt.